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Kultur Wolgang Niedecken singt Liebeslieder
Nachrichten Kultur Wolgang Niedecken singt Liebeslieder
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11:08 13.09.2013
Von Nora Lysk
MUSIK ALS DANKESCHÖN: BAP-Chef Wolfgang Niedecken mit Ehefrau Tina.
MUSIK ALS DANKESCHÖN: BAP-Chef Wolfgang Niedecken mit Ehefrau Tina. Quelle: Christian Charisius
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Wolfgang Niedecken, Ihr neues Album ist voller Liebeslieder. Ein Geschenk an Ihre Frau?

Ja. Die Idee war schon lange da. Ich habe nur nie gewusst, ob ich das bei BAP irgendwo dazwischenkriege. Aber nach dem Schlaganfall entstand der Wunsch, sich endlich mal bei meinem Schutzengel zu bedanken. Also habe ich mir alle Songs vorgenommen, die ich für sie geschrieben habe. Das Einzige, was ich nicht garantieren konnte, war, dass es meiner Band gefallen würde.

Und was sagt die Band?

Gott sei Dank, sie findet es gut. Deshalb ist uns ja auch diese Quadratur des Kreises gelungen, dass ich jetzt die Tour zu meinem Soloalbum gemeinsam mit der Band spiele.

Sie haben das Album in Woodstock aufgenommen. Ein persönlicher Traum?

Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben einmal nach Woodstock kommen würde. Das Studio, in dem wir in New York gearbeitet haben, war das Electric Lady Studio, benannt nach Jimi Hendrix’ drittem Studio-Album. Er selbst hat das Studio noch konzipiert und alles entworfen, leider ist er drei Monate vor der Eröffnung verstorben. Alle bedeutenden Musiker haben dort bereits gearbeitet. Von Stevie Wonder bis zu den Rolling Stones. Zuletzt Patti Smith - zufälligerweise mit demselben Mann am Mischpult.

Die Songs sind folkig, viele Balladen. Verabschieden Sie sich vom alten Rocker-Image?

Überhaupt nicht. BAP ist und bleibt eine Rock-’n‘-Roll-Band. Auch wenn die nächste Tour eine wird, bei der wir den Stecker ziehen.

Im November 2011 hatten Sie einen Schlaganfall. Jetzt steht die Tour an, das Album, Sie haben ein Buch geschrieben, hätten Sie gedacht, dass Sie so schnell wieder aktiv sein werden?

Zunächst hatte ich eine große Zuversicht, dass alles wieder gut wird. Als ich aus der Narkose wach wurde, hatte ich sofort dieses Gefühl. Woher das kam, weiß ich gar nicht. Ich habe sogar die Ärzte verdächtigt, ob die mir irgendwelche Aufheller gegeben hatten. In den Wochen danach reifte dann die Idee zu meinem Album. Ich glaube, dass ich dieses Album ohne den Schlaganfall vermutlich nie gemacht hätte. Im Grunde ist das Thema „Schlaganfall“ für mich damit abgeschlossen.