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Kultur Warum Mädchenschwarm Andreas Bourani noch Lampenfieber hat
Nachrichten Kultur Warum Mädchenschwarm Andreas Bourani noch Lampenfieber hat
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23:59 16.03.2012
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KOMMT INS CAPITOL: Andreas Bourani ist einer der Durchstarter des Jahres – auch ohne Talent für Liebeslieder. Quelle: Erik Weiss
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Hannover

Seine Horrorvorstellung, den Text zu vergessen,werde ihn wohl sein ganzes Leben lang begleiten, ist sich der Sänger sicher.

Doch auch am Sonntagabend, wenn er in Hannover die Bühne im Capitol betritt, wird man davon bestimmt nichts merken - der 27-Jährige hat da so seine Tricks: "Eine Stunde vor dem Konzert bin ich nicht mehr ansprechbar, dann versuche ich mich zu beruhigen und zu konzentrieren. Dann gehe ich mit der Band noch mal den ganzen Plan durch." Also, Mädels, bitte schön leise sein vor der Bühne!

Ein Pessimist ist Bourani, der mit seiner Single "Nur in meinem Kopf" übrigens für den "Radio-Echo 2012" nominiert ist, keinesfalls. Denn obwohl er kurz vor dem Abitur die Schule schmiss, weil er "sowieso Musiker werden und auf die Bühne wollte", und zunächst viel Pech in seinem Musikerdasein hatte, bereue er seinen Weg bis heute nicht.

Muss er ja auch nicht: Immerhin hat er es ganz ehrlich und ohne Casting-Shows schon ziemlich weit nach oben geschafft. Und auch wenn er keinen Fernseher besitzt, hat der Charakterkopf mit deutsch-ägyptischen Wurzeln eine deutliche Meinung zu Cas-ting-Shows. "Wenn man zu Hause sitzt, noch nie ein Instrument in der Hand hatte und denkt, jetzt werde ich mal schnell berühmt, hat man dort natürlich eine gute Möglichkeit", sagt Bourani und fügt augenzwinkernd hinzu: "Aberman muss sich eben auf eine ziemlich kurze Karriere einstellen." Denn Popstar, das weiß er genau, sei eben kein Beruf, den man "von heute auf morgen mal eben so macht, wenn man gestern noch im Schuhladen oder beim Bäcker gearbeitet hat". Bei ihm selbst waren es fast zehn Jahre von der ersten Songidee bis zum Durchbruch. Jetzt schreibt er gerade an seinem zweiten Album nach "Staub & Fantasie".

Doch warum sind seine ziemlich emotionalen Songs eigentlich fast nie Liebeslieder? Ganz einfach: "Weil da schon so unglaublich viel gesagt wurde", findet Bourani. Da sei es schwer, noch eigene Worte zu finden: "Es gibt Leute, die das gut können, aber wenn ich es selbst versuche, finde ich es meistens zu kitschig."

Andreas Bourani live: morgen um 20 Uhr im Capitol. Tickets kosten 23,55 Euro.

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