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Nachrichten Kultur Der Sieger heißt Timothy Chooi
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17:24 28.10.2018
So sehen Sieger aus: Timothy Chooi (2. v. rechts) holte den ersten Preis beim Joseph Joachim Violinwettbewerb. Dmytro Udovychenko (3. v. links) lag auf Platz zwei, den dritten Rang belegte Cosima Soulez Larivière. Platz vier: Rennosuke Fukuda (ganz links), Platz fünf: Leonard Fu (3. v. rechts), sechster Platz: Youjin Lee (ganz rechts).
So sehen Sieger aus: Timothy Chooi (2. v. rechts) holte den ersten Preis beim Joseph Joachim Violinwettbewerb. Dmytro Udovychenko (3. v. links) lag auf Platz zwei, den dritten Rang belegte Cosima Soulez Larivière. Platz vier: Rennosuke Fukuda (ganz links), Platz fünf: Leonard Fu (3. v. rechts), sechster Platz: Youjin Lee (ganz rechts). Quelle: Foto: Krückeberg
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Hannover

Er war ein bisschen wie bei der Oscar-Verleihung, Er dankte „Mom and Dad“, die ganz weit weg in Kanada vor dem Computer saßen und im Live-Stream sahen, wie ihr Sohn den höchst dotierten Violin-Preis der Welt in Empfang nahm: Timothy Chooi hat souverän den Joseph-Joachim-Wettbewerb gewonnen – und zeigte bei der abschließen Gala im Großen Sendesaal, war er draufhat.

Das hatte große Klasse, wie er bei den Virtuosenreißen interpretierte: makellos in der Technik mit einer ganz persönlichen Sicht auf die „schönen Stellen“, die hier weidlich ausgekostet wurden. Ein Tschaikowsky für Genießer – ungefährdet, auf Hochglanz poliert und schön. Bemerkenswert hier wie überhaupt im gesamten Durchgang war die NDR Radiophilharmonie unter dem großartigen Andrew Manze – das Orchester ging hier in Tempo und Mache auf jeden Solisten individuell ein.

Den Abend nach dem Sieg hatte Choi so richtig gefeiert – Alkohol trinke er zwar nicht, aber ein Glas Champagner durfte es dann doch sein. Danach war nur noch an Schlafen zu denken. Denn der hannoversche Wettbewerb schlaucht einfach, von allen Teilnehmern werden in ganz verschiedenen Genres Höchstleistungen abverlangt – zwei Wochen lang im Hochgebirge des Geigenspiels, ein enormer und international einmaliger „Stress Leven“, wie es die Kandidaten immer beschreiben.

Und wer hat, der braucht nicht mehr: Zum Hauptpreis gehört die Leihgabe einer sündhaft teuren Guadagnini-Geige (von der Fritz-Behrens-Stiftung). Die würde er nicht wirklich benötigen, so Timothy Chooi, er würde lieber bei seiner Stradivari bleiben. Was den Zweitplatzierten Dmytro Udovychenko umso mehr freute, der nun für drei Jahre auf der Edelgeige spielen darf.

Der Wettbewerb würde Hannover auf der Weltkarte der klassischen Musik deutlich markieren, so Gunter Dunkel, der Präsident der Stiftung Niedersachsen, die den Wettbewerb alle drei Jahre ausrichtet. Große Musik allen Menschen nahe bringen, dafür stehe diese Competition, die auch in die Klassenzimmer komme, in diesem Jahr 40 Schulen besucht und 1000 Schülern geigerische Exzellenz vorgestellt hat.

In der Gala im Großen Sendesaal zeigten die sechs Finalisten noch einmal ihre große Klasse, wobei vor allem die modernen Stücke spannend waren wie das Auftragswerk „Hauch“ von Rebecca Saunders, gespielt von Cosima Soulez Larivière im vollständig abgedunkelten großen Sendesaal – eine wunderbare Klangerkundung an der Grenze der Hörbarkeit, Dieser Wettbewerb weckt die Ohren auf. Jedes Mal wieder.

Die Sieger

Der 24 Jahre alte Geiger Timothy Chooi hat den mit 50 000 Euro dotierten ersten Preis des renommierten Joseph Joachim Violinwettbewerbs gewonnen. Darüber hinaus sind internationale Debütkonzerte und eine CD-Aufnahme für das Label Naxos mit dem Preis verbunden.

Den mit 30 000 Euro dotierten zweiten Platz belegte der 1999 geborene Dmytro Udovychenko aus der Ukraine. Außerdem erhielt er den Publikumspreis (2000 Euro) und den JJV Community Award für die beste Präsentation im Internet (2000 Euro). Außerdem als Leihgabe eine Guadagnini-Geige.

Den dritten Preis und damitverbunden 20 000 Euro erhielt die 1996 geborene französisch-niederländische Geigerin Cosima Soulez Larivière. Außerdem erhielt sie den mit 3.000 Euro dotierten Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerkes „Hauch“ von Rebecca Saunders.

8000 Euro als Finalteilnehmer erhielten Rennosuke Fukuda, Leonard Fu und Youjin Lee auf den Plätzen vier bis sechs

Von Henning Queren

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