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Kultur Ventura rocken im Café Glocksee
Nachrichten Kultur Ventura rocken im Café Glocksee
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14:58 26.09.2018
Im Café Glocksee: (von links) Martin Wichary, Tommy Krammling und Kai Schiering sind Ventura. Quelle: Sabine Mai
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Hannover

Für eine vernünftige Rockband reichen allemal drei Musiker: Gitarre, Bass, Schlagzeug, einer, zwei oder alle singen. Dazu noch ein fesches Logo auf der Kick Drum, und die Grundvoraussetzungen sind schon übertroffen – beim Debüt des hannoverschen Trios Ventura im Café Glocksee ist die Drum zwar noch unbedruckt, aber der kompakte und schnörkellose Rock ‘n‘ Roll lässt auf mehr hoffen.

Mit „Run with me“ und „Crazy Town“ wird der Sound für die etwa 100 Besucher abgesteckt: Classic Rock im Stile von The Who oder den Kinks, dazu eine Prise 80er-Jahre-Wave und Post Punk, es darf auch mal ein Refrain zum Mitsingen und ein Stoner-rockiges Riff im Spiel sein. Die drei auf der Bühne sind Routiniers: Martin Wichary ist Gründungsmitglied von Terry Hoax, Kai Schiering spielt bei derselben Band Bass, und Tommy Krammling bemannt die Drums bei Portless – er singt das Desert Rock-Stück „One Million Ways“, während Wichary den Lead zu „How High“ übernimmt.

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Viermal, sagt Schiering in der Mitte des Konzerts, habe er sich schon versehentlich auf derselben Toilettenkabine im Café Glocksee eingesperrt und musste kletternd über die Tür entkommen – die Band, das sieht und hört man deutlich, ist froh, gerade hier ihr erstes Konzert zu spielen und bekommt das auch vom Publikum zurück.

Anderthalb Jahre habe man sich auf den Auftritt vorbereitet, jetzt sehen Band und ihre schmucken Gitarren endlich das Bühnenlicht: Wicharys silbern blitzende Gretsch und Schierings goldene Gibson nehmen auch abwechselnd mal einen Basseffekt an, der Sound ist voll, und Schierings Frontgesang hat Charakter – beim Who-Cover „The Seeker“ machen Ventura zu dritt, was die The Who live mit doppelt so vielen Musikern spielen. „24 Hours“, von Joy Division, kommt dem Original sogar noch näher und fordert anerkennende Blicke der Glocksee-Stammgäste.

Spätestens jetzt haben sich Ventura eingegroovt, mit „Around“ folgt vielleicht die beste Eigenkomposition des Abends, zehn Stücke hat die Band geschrieben. Das reicht, mit zwei Covern, für eine knappe Stunde: Nicht genug für manche, aber das Live-Debüt soll nicht der einzige Auftritt bleiben. Ventura verabschieden sich, um wiederzukommen. 4*

Von Lilean Buhl