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Kultur Vainstream: Donots und Feine Sahne Fischfilet
Nachrichten Kultur Vainstream: Donots und Feine Sahne Fischfilet
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11:54 30.06.2019
Viel los beim Vainstream. Quelle: Mast Fabian
Münster

Es muss ja nicht immer Wacken sein: Zwei Stunden von Hannover entfernt trifft wüstes Metal auf Punk, 16.000 Fans feiern im Brutofen namens Vainstream im Zentrum von Münster.

„Wir tun jetzt einfach mal so, als wären es 23 Grad“, sagt Benny Hilleke, Sänger der Death-Metal-Band Neaera. Tatsächlich sind es locker zehn Grad mehr, weshalb der Glatzkopf am Nachmittag sich und jene Fans in den ersten Reihen mit Wasser überschüttet. Der Mann hat Abkühlung wohl auch dringend nötig: Immer wieder springt der Münsteraner ins Publikum, sein kehliges Geschrei wirkt auch nicht wirklich unanstrengend. Am Ende holt er rund 50 Fans auf die Bühne („kommt in den Schatten“), außerdem ruft er dazu auf, sich für die Knochenmarksspende zu registrieren – böse ist Metal nur in seiner Inszenierung.

Deutlich auch die politischen Botschaften im Vainstream. Wenig überraschend beim Vorabend-Act Feine Sahne Fischfilet, bekannt für sein Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit. „Wir müssen uns gerade machen für den räudigen Rechtsruck“, ruft Sänger „Monchi“ in einer seiner zahlreichen Ansagen, die Show gerät zur einzigen Party. „Alles auf Rausch. Von der Bühne bunter Rauch!“, und sie versprechen da nicht zu viel. Sogar einen St. Pauli-Shop gibt es hier, und wer mag, kann sich an anderen Ständen über Tierschutz und den Einsatz für Flüchtlinge informieren.

Politik und Banales

Auch deshalb wirkt das Vainstream wie der große Bruder vom Fährmannsfest, zumal auch das Gelände – Industriebrache, viele Schlote – doch sehr stark an das Faust erinnert.

Dass Punk bekanntlich auch sehr banal kann, zeigte sich dann spätestens am Abend. Die Donots stehen auf der Bühne, in „Eine letzte Runde“ feiern sie und ihre Fans den Moment. Dann holt sich die Band Verstärkung: Wolfgang Wendland von den „Kassierern“, Anarcho-Musiker und in „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ um die Getränkelogistik besorgt (unbegründet).

Die US-Kelten Dropkick Murphys machen schließlich den Deckel drauf, ein mitreißendes Finale in der Hölle von Münster. Wer sich hinterher die Kneipen in der Innenstadt spart und erschöpft ins Bett fällt, muss sich jedenfalls nicht schämen.

Von Fabian Mast

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