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Kultur Wolgang Moser zaubert im Aegi
Nachrichten Kultur Wolgang Moser zaubert im Aegi
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16:19 31.01.2019
Gleich wird hier etwas verschwinden: Magier Wolfgang Moser verzaubert das Aegi-Theater.
Gleich wird hier etwas verschwinden: Magier Wolfgang Moser verzaubert das Aegi-Theater. Quelle: Wilde
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Hannover

„Euer Gehirn ist der Ort, wo die ganze Zauberei passiert“, sagt Wolfgang Moser vor noch einem haarsträubenden Fingerkunststück. Na gut, kognitiv mag der österreichische Magier recht haben, aber für die 1200 Zuschauer im ausverkauften Aegi spielt sich die Zauberei dann doch auf der Bühne ab.

Die ist bis hinten zur Betonwand geöffnet und ergibt ein karges Ambiente das nicht ablenkkt von der Show mit den zehn äußerst gelenkigen Fingern- mit denen Moser Münzen materialisiert, Eheringe verschwinden lässt und altehrwürdigen Kartentricks einen neuen Dreh verpasst. Die meisten kennen den Niederösterreicher mit Kinn- und Schnurrbart vom Kleinen Fest, der Rest aus der RTL-Sendung „Showdown der weltbesten Magier“, die er gewann.

Für die allgegenwärtige Verblüffung sorgt er mit filigranen Kunststücken: Den Ehering einer Besucherin zaubert Moser in den Äther, dann lässt er an einem eingetopften Orangenbaum eine Frucht erscheinen – und holt den Ring sogleich aus der Orange heraus. Für das geschmeidige Österreichisch gibt es Bonusapplaus, einfallsreiche Zwischentricks sorgen für Gelächter, etwa, wenn Moser den eingeschalteten Blitz eines Handys mit den Fingern abpflückt, in den Mund steckt und wieder an die Kamera anbringt.

Eine Art Hütchenspielertrick mit Münzen macht er versierter vor als die erfahrensten Betrüger vor dem Louvre. „Zu wissen, wie ein Zaubertrick funktioniert, ist keine schöne Sache“, sagt er später, denn die Illusionen davon zu behalten ist schöner. Was bei ihm leicht ist, denn hier kommt keiner dahinter.

„Der älteste Zaubertrick der Welt“, nämlich Wasser in Wein zu verwandeln, machte Moser zum Zauber-Vizeweltmeister; aus dem Kessel schüttet der Magier, hier den Messias deutlich übertreffend, auch Kaffee, Bier und Piña Colada. Kann jeder: „Besorgt euch ein Glas Wasser, und dann üben, üben, üben“, rät Moser angehenden Magiern im Saal.

Ein schöner Kartentrick beendet die Show: Den Kreuz-Buben sucht ein Zuschauer aus, der wird aussortiert und mit dem restlichen Deck ein Daumenkino vorgeführt – siehe da, ein Strichmännchen zaubert den Kreuz-Buben aus seinem Zylinder. Für den kleinen Mann und den großen Magier gibt es langen Beifall – dem kleinen Fest könnte Moser schon bald entwachsen sein.

Von Lilean Buhl

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