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Kultur Wo die Wurst zur Kunst wird
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17:32 04.11.2019
Reichlich Material: Die Arbeit „von der Stange“ von Manfred Pernice steht im Mittelpunkt.  Quelle: Foto: Queren
Hannover

Kunst kann bisweilen gefährlich werden. Deswegen ist sie bei Ministerpräsident Stephan Weil auch unter einer Plexiglashaube. Der hat sich für sein Dienstzimmer für ein wunderbares Werk von Alice Musiol entschieden, das an einen Fetisch erinnert – und komplett aus unzähligen Streichhölzern mit freiliegenden Zündköpfen gefertigt wurde. Ein Zisch ...

Ein ähnliches Stück heißt passenderweise „Ring of Fire“ und steht auch für die neue Präsentation „Aggregatzustände“ im unteren Sprengel Museum. Die Kuratorin Katrin Kolk erzählt mit 60 Werken von 34 Künstlern die wechselnde Rolle, die das Material in der Kunst der vergangenen hundert Jahre spielt.

Denn woraus besteht Kunst? Aus Farbe, aus Leinwand und Papier, aus Bronze, Marmor, Eisen, Gold, Holz ... oder einer Wurstscheibe, die auf einem Stück Papier mit dem entsprechenden Esprit aufgebracht, den schönsten Sonnenuntergang markiert. Die reizvolle und recht umfangreiche Schau markiert die ungeheure Vielfältigkeit, die der zeitgemäße Materialeinsatz mittlerweile angenommen hat. Angefangen bei Schwitters, der als einer der ersten in seinen Collagen Alltagsmaterialien in die Kunst implementiert hat. „Eine Verpflichtung für uns“, so Sprengel-Direktor Reinhard Spieler, der die „Kurzweiligkeit“ der aktuellen Schau als sehr angenehm empfindet.

Die Ausstellung versucht eine Gliederung, die durch die Kunst aber immer wieder gebrochen wird, denn so einfach lassen sich die vielschichtigen Arbeiten nicht einsortieren – seien es der Filzanzug von Joseph Beuys neben dem „Schießanzug“ von Niki de Saint Phalle. Andreas Slominskis witziger „Ofen zum Verfeuern von Astgabeln“ steht neben dem schönen Scherbenbild „Broken Plates“ von ebenfalls Niki de Saint Phalle.

Wer sich vom Parcours löst, bekommt eine Wundertüte mit teils selten oder noch nie gesehenen Werken, die Kuratorin ist tief ins Depot des Museums eingestiegen und hat von Manfred Pernice die facettenreiche Materialarbeit „von der Stange“ mit den Plakatabriss-Bildern von Jacques Villeglé kombiniert. Mit im Angebot sind etliche Klassiker von Dieter Roth („Große Landschaft“ – Käse auf Dachpappe in Plastiktasche von 1969), Kurt Schwitters („Das Nippelbild“), Daniel Spoerri („Fallenbild mit rotem Teller“), „Fettbriefe“ von Beuys und der „Verpackte Bürostuhl“ von Christo.

Die Ausstellung ist bis Frühjahr 2021 zu sehen – dann müssen die Werke ins Obergeschoss umziehen, wenn im Untergeschoss der Brandschutz auf den neusten Stand gebracht wird.

Katalog: zwölf Euro.

Von Henning Queren

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