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Kultur Wladimir Kaminer im Pavillon
Nachrichten Kultur Wladimir Kaminer im Pavillon
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16:26 04.12.2019
So hoch: Die Gedanken fliegen bei Wladimir Kaminer im . Pavillon. Quelle: Foto: Bookani
Hannover

„Ich war nie wirklich Clubbesitzer“, sagt Wladimir Kaminer im ausverkauften Pavillon, dem er gerade als solcher angekündigt wurde. Na gut, ein paar Monate hatte er mal einen Club in Berlin, und mit der „Russendisko“-Partyreihe ist er immer noch unterwegs, zuletzt nach Neuruppin und Montenegro. „Obstler ohne Obst“ habe man da ausgeschenkt, den gibt es in Hannover nicht, auch wenn die schnellen Disko-Beats in der Pause den Saal beschallen.

Dafür ist Kaminer aber in bester Vorleser-Laune und kann sich zwischen den mitgebrachten Texten nur schwer entscheiden.

Nach Büchern über Liebeserklärungen und die russi­sche Literatur von Dostojewski bis Tschechow schreibt Kaminer nun (wieder) über Generationenkon­flikte: Seine Kinder sind gerade erwachsen geworden, können alles, wollen aber nichts, die Mutter ist 87, will alles, kann aber nichts. „Das wird das beste Buch meines Lebens“, sagt er zu Beginn.

Glossenschreiber, in deren Tradi­tion Kaminer denkt, verbinden den Alltag mühelos mit Beobacht­ungen über die Menschheit an sich. Kaminer mischt dem Ganzen noch das Mysterium der Sowjetunion hinzu, sein Heimatland, aus dem er 1990 nach Berlin kam, um dort zu bleiben.

Wie der deutsche Schmuddelfilm „Unterm Dirndl wird gejodelt“ den Zerfall der UdSSR herbeiführte, erklärt er heute, an die deutsch-russische Freundschaft, momentan stagnierend, verliert er ein paar melancholische Worte. Nach jedem Text verbeugt er sich in alle Richtungen des Saals.

In der Sowjetarmee schrieb Kaminer stellvertretend Liebes­briefe für wortkarge Kameraden, als ein besonders lakonischer Brief abgefangen und von einem Oberst vor der Truppe vorgelesen wurde, konnte er „froh sein, lebendig aus der Armee gekommen zu sein“.

Seine Beobachtungsgabe und ironische Distanz hat sich Kaminer dennoch bewahrt, nie greift er die simple Pointe auf, immer enden seine Erzählungen versöhnlich, wenn auch nicht im Happy End.

Über seine Kinder schreibt er liebevoll, auch wenn sie schon erwachsen seien: Das merke man übrigens daran, dass bei ihnen Leitz-Ordner im Regal stünden, sie gerne Oliven äßen und billigen Fusel verschmähten.

Was Kaminer im Glas hat, sieht man nicht, aber er beendet die Lesung mit einem Toast: „Stoßen wir an: Auf ein friedliches 2020 und ein solidarisches Europa, mit Russland als Freund“.

Von Lilean Buhl

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