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Kultur Udo Lindenberg: Das neue Album
Nachrichten Kultur Udo Lindenberg: Das neue Album
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16:34 18.10.2018
Tolle Kulisse: Udo Lindenberg steht auf dem Rahschoner „Mare Frisium“ neben der Elbphilharmonie und gibt Einblicke in sein neues Album „Live vom Atlantik“ (erscheint am 14. Dezember). Dabei machte der Meister Musik mit Jan Delay und ohne Brille (kleines Foto). Quelle: Fotos: dpa/Kniep
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Hamburg

Die „Mare Frisium“ ist ein Schoner aus dem vergangenen Jahrhundert. Normalerweise liegt das weiße Schiff nahe den Landungsbrücken im Hamburger Hafen, und unter Deck kann man auch rocken – und CDs präsentieren. Wie die neue von Udo Lindenberg.

Kaum war Udo unterhalb der Elbphilharmonie an Bord des schwankenden Zweimasters gegangen, übernahm er das Ruder: Bestens gelaunt berichtete er von den Mühen, die sich seine Crew gegeben hat, um 27 „Perlen aus dem „Lindischen Ozean“ zu fischen. Irgendwo da draußen, „zwischen Ironien und Lapidarien gleich hinter den Bagatellen“ wurde die Mannschaft fündig, und nun sind lang versunkene Schätze wie „Alles im Lot auf dem Riverboot“, „Good Bye Jonny“ und „Ich träume oft davon, ein Segelboot zu klau’n und einfach abzuhau’n“ von 1976 in neuem Glanz zu hören.

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Auf Kampnagel, der Kulturfabrik in Hamburg, hatte der Käpt´n an drei Abenden im Juli sein neues Werk „MTV Unplugged 2 – Live vom Atlantik“ eingespielt. Vor begeistertem Publikum holte Lindenberg damals illustre Gäste wie Andreas Bourani, um den „Radio Song“ zu neuem Leben zu erwecken. Auch Gentleman und Materia kamen auf Udos Arche, „um auf wilder Fahrt durch die Gewässer der Freiheit und der Menschlichkeit die bedrohten Freigeister der Welt zu retten.“

An Bord waren neben seinem Panik Orchester, den Pustefix Bläsern und einem Chor auch Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters – allesamt gekleidet in maritimen Outfits brachten sie spannende neue Arrangements von Udos Klassikern.

Einen ganz neuen Song stellte Lindenberg mit den Kids On Stage, die Butjes und Deerns, vor: „Wir ziehen in den Frieden“, fordert Werte wie Freiheit und Menschlichkeit ein und kann als Fortsetzung der Hymne „Wozu sind Kriege da?“ gelten.

Ein Höhepunkt des kurzweiligen Abends mit lockeren Sprüchen und obligatorischem Feierlikör war der Kurzauftritt von Schockrocker Alice Cooper. Er schmetterte mit Udo sein „No More M. Nice Guy“. Auch Jan Delay enterte das Boot, um gemeinsam mit Udo „Hoch Im Norden“ zu näseln.

Die Überraschung aber war der Auftritt von „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm. Sie enterte die Planken und fragte “Bist Du vom KGB?” Für die erfahrene Schauspielerin war dies eine gänzlich neue Erfahrung: „Nie zuvor hatte ich in der Öffentlichkeit gesungen, ich musste zunächst meine eigene Stimme entdecken”, gab die Furtwängler zu Protokoll. Detektiv Udo alias Carl Coolman hatte ihre Zweifel genommen und kurzerhand das passende Outfit samt Hut und Sonnenbrille geliehen.

Über drei Stunden „Udopium fürs Volk“ bietet Lindenberg seinen Fans auf „MTV Unplugged 2 – Live vom Atlantik“. Es ist eine Werkschau des Sängers, Texters und Komponisten ohne die sonst üblichen größten kommerziellen Hits – die gab es bereits vor sieben Jahren in der ersten Ausgabe.Beide Alben zeigen den Entertainer als „die klare Stimme in Zeiten der Verwirrung“.

Von Uli Kniep

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