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Kultur Trauer um Asmus Petersen
Nachrichten Kultur Trauer um Asmus Petersen
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18:54 09.07.2019
Universalgebildet: Maler Asmus Petersen in seinem Atelier, das er für viele Jahre in der Wasserkunst hatte. Quelle: Villegas
Hannover

Schlachten haben ihn fasziniert, den Pazifisten – mit seinen Seekriegsbildern ist er bekannt geworden: Asmus Petersen, der eine ganz besondere Position in der Gegenwartskunst einnimmt, ist nun mit 91 Jahren gestorben.

Schlachtanordnungen haben ihn zu seiner Kunst angeregt, die Diagramme, in denen sich die waffenstarrenden Systeme – meist Kriegsschiffe, aber auch Hannibals Heerscharen – in Richtung Sieg oder Niederlage bewegten.

Jahrzehntelang hatte er sein Atelier in der Wasserkunst. Vorher hatte der studierte Volkswirt den elterlichen Elektrogroßhandel erfolgreich übernommen und war erst als Handelsreisender (im Jaguar und mit SPD-Parteibuch) unterwegs.

Petersen war nicht nur Maler, sondern Wallfahrer zwischen den Welten der Kunst und Literatur mit eigenen Texten. Es hat jedes Mal Spaß gemacht und Gewinn gebracht, sich mit dem universell gebildeten Künstler zu unterhalten – über seine Dichterhelden Benn, Rilke und Baudelaire. Und besonders freute es ihn, wenn sein Gesprächspartner mit ihm auch über die Seeschlacht am Skagerrak und „ungünstige taktische Positionen“ fachsimpeln konnte.

So hieß auch Petersens letzte große Ausstellung, die zu seinen besten gehörte: Unter dem Titel „Unfavourable Tactical Position“ zeigte des Sprengel Museum zum 90. Geburtstags des beliebten Künstlers im April vergangenen Jahres einige herausragende Werke aus dem umfangreichen Gesamtschaffen.

Schönstes Stück der Schau war eine imposante Plexiglas-Arbeit: Gischtweiße Lettern auf meerblauem Plexiglas verkünden kurzerhand „Wir sind wieder wer“, rücken diesen heute ein wenig unverschämt wirkenden Nachkriegsslogan ins Bewusstsein und liefern hintersinnig das Echo des Spruches. Aus einem bestimmten Winkel blickt man in die Tiefe dieses optischen Blocks – und liest die Namen der deutschen Konzentrationslager. Zu sehen war auch dieses ramponierte, militärische Banner, das scheinbar große Schlachten mitgemacht hat, darauf steht: „Ich liebe Dich“. Kunst mit klarer Haltung, kühl kalkuliert und mit heißem Herzen geschaffen, Asmus Petersen war schon ein ganz Großer.

Von Henning Queren

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