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Kultur Tourstart von Helene Fischer
Nachrichten Kultur Tourstart von Helene Fischer
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17:51 24.06.2018
Knappe Sachen: Helene Fischer zeigt gerne, was sie hat. Wie hier in Leipzig beim Tourstart.
Knappe Sachen: Helene Fischer zeigt gerne, was sie hat. Wie hier in Leipzig beim Tourstart. Quelle: dpa
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Leipzig

Geht eigentlich noch mehr? Geht es noch größer, gigantischer, perfekter, fantastischer? Wie Helene Fischer da an zwei Abenden 140 Minuten die Red-Bull-Arena zum Beben brachte, das macht ihr so leicht keiner nach.

Alles war aus einem Guss, alles war in Balance, alles war in Harmonie: die Bilder auf den Riesenwänden, die hinreißenden Choreografien, die Tänzer (acht männlich, acht weiblich), mal wild-entfesselt, mal malerisch-dezent, die exzellenter Musiker – und Helene Fischer. Die Königin, die singt, tanzt, redet, auf einem Pick-up, von Helene-Fischer-Fahnen umweht, zwei Stadionrunden durch die Fans fährt, die die Riesenbühne beherrscht, die auf dem unendlich langen Steg ins Stadion-Innere läuft, die auf einem Glitzerherz sitzt und schaukelt oder im Cabaret-Stil lasziv im hautengen Trikot mit Holzstühlen spielt – und den Matthias-Reim-Oldie„Verdammt, ich lieb dich“ zu einem sexy Hingucker macht.

Diese „Spürst Du das?“-Show ist eine pausenlose Attacke auf alle Sinne – von den Videobildern auf den Wänden bis zu all den Kostümwechseln, die es so sonst nur bei Cher gibt. Mal kommt Helene Fischer im Morgenland-Chic mit Glitzer-Bustier und Jeans-Pants, mal im silbernen Kleidchen, mal im Latex-Zweiteiler, mal im langen Rock, mal im roten Fantasie-Kleidchen, mal Vamp, mal Walküre..

In den Finals der 26 Songs knallt, feuert und faucht es, regnet Konfetti und Silberplättchen, schießen Flammenfontänen aus dem Bühnenuntergrund und Leuchtkugeln in den Himmel, flackern Fackeln, leuchten Hebebühnen und Laufstegränder.

Alles gibt den Liedern Atmosphäre. Da steht sie, läuft und singt: stimmlich und tänzerisch auf der Höhe, und baut ihre Fantasie-Bilder, die schlichtweg atemlos machen. „Flieger“ startet als bombastischer Einstieg, „Phänomen“, „Fehlerfrei“, „Sonne auf der Haut“, „Mitten im Paradies“, „Hundert Prozent“ treiben in jene Regionen, in denen jene Menge Helene-Fischer-Mitsing-Hits wachsen.

Es dauert denn auch nicht lange, und die Arena tanzt. „Viva la vida“ mit überschäumenden brasilianischem Temperament, „What is love?“ mit Dance-Pop-Flair und reichlich viel Nebel. „Mit dem Wind“: Helene Fischer steigt in den Pick-up, fährt eine halbe Runde und entert die zweite Bühne mitten unter den Fans. Zu „Unser Tag“ springen große Ballons über die Köpfe im Innenraum, dann kommt Ben Zucker (war 30 Minuten die Vorband) – und ein traumhafter Moment: Westernhagens Sehnsuchts-Lied „Freiheit“ bei abgedunkeltem Stadion. Ringsum leuchten auf den Rängen die Handys.Das gehörte zum Bauplan der Show: Es wurde intelligent gemixt zwischen Losgehern und Besinnlichem (in der Minderzahl), Stimmungsheizern und Herzdrückern.

Dass „Atemlos“, auf das alle gewartet hatten, bereits nach 90 Minuten kam, war einer klugen Dramaturgie geschuldet. Da waren „Und morgen früh küss ich dich wach“ und „Von hier bis unendlich“ schon erledigt. „Sowieso“, „Ich will immer wieder ... dieses Fieber spür’n“ und „Die Hölle morgen früh“ folgten später. Bei „Sowieso“ übergossen Meeresbilder die Wände in tiefblau. Bei „Wir brechen das Schweigen“ verzaubert ein Sternenhimmel.

Ganz am Ende dreht sie dann doch noch einmal mächtig auf der „Achterbahn“ auf. Da kann man so schön Achterbahn, Achterbahn, Achterbahn ... mitsingen. Das Wort hängt beim Heimgang noch in den kühlen Luft.

Am 17. Juli in der HDI-Arena, Tickets (109,80 Euro) in den NP-Ticketshops.

Von Norbert Wehrstedt

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