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Kultur The Analogues im Aegi-Theater
Nachrichten Kultur The Analogues im Aegi-Theater
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16:06 27.03.2019
Sehen nicht aus wie die Beatles: Aber sie klingen so. The Analogues bringen  „The White Album“ im Aegi.
Sehen nicht aus wie die Beatles: Aber sie klingen so. The Analogues bringen „The White Album“ im Aegi. Quelle: Behrens
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Hannover

„Back in the USSR“ – der Aufreger, mit dem die Beatles einst die Konservativen in den USA aufmischten, ist längst ein Evergreen.

Die Sowjetunion gibt es nicht mehr, die Liverpooler Band ebenfalls nicht, deshalb treten die Tribute-Gruppen in die Fußstapfen der Pop-Legenden. So wie die niederländische Formation The Analogues. Die Band um den Gründer und musikalischen Direktor Bart van Poppel ist unterwegs um das legendäre „The White Album“ der Beatles live aufzuführen.

Und der Rock ‘n‘ Roll-Song „Back in the USSR“ ist der Einstieg ins Doppel-Album. The Analogues greifen dabei auf Instrumente der Zeit zurück und bestechen mit unerschütterlicher Detailgenauigkeit. Das ist auch angeraten, denn das ausverkaufte Theater am Aegi, gut 1100 Zuschauer und Fans sind gekommen, ist voller Beatles-Experten.

„Dear Prudence“, der Lennon-Song stammt aus der Indien-Ära der Beatles, erläutert Bassist van Poppel. Die Aufführung der Analogen ist mit Anmerkungen und Anekdoten gewürzt, Audio-Files und kurze Videos dienen dem besseren Verständnis und der zeitlichen Einordnung.

Der Aufenthalt der Pilzköpfe im Ashram schlug sich nicht nur in ihrem Songwriting nieder. Neue Einflüsse kamen auf die Fab Four zu – Meditation, LSD und Sitar; was als Erfahrungstrip geplant war, sollte später die ganze Welt beeinflussen.

Die Blaupause der Analogues glückt, die Zuschauer im Theater am Aegi klatschen und singen gut gelaunt mit, und was John, Paul, George und Ringo damals nicht gelang, nämlich die musikalische Umsetzung auf der Bühne, schaffen The Analogues eben auch nur mit erheblich mehr Personal: Gastsänger, Bläser, Streicher und Chöre brauchen sie für die 30 Titel.

Und so sind es auch nur die Stimmen der Niederländer, die einen spürbaren Unterschied in der Kunst ausmachen: Das Raue, Provozierende in John Lennons Gesang lässt sich nicht so einfach nachsingen, auch die Stimme von Paul McCartney war immer sehr stark, und das zu einer Zeit als Hard Rock noch längst nicht erfunden war.

Kubistische Formen und Farben, die Kulisse des altehrwürdigen Quintetts erinnert an die Kunst eines Piet Mondrian und ist genauso liebevoll ausgearbeitet, wie das musikalische Werk selbst. Es ist eine Show mit vielen helfenden Händen, die Umstände verlangen das, besondere Gitarren werden gereicht, die Bühne sonst ist übersichtlich eingerichtet. „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ ist der erste Crowd-Pleaser des Abends: Richtige Kenner dirigieren nun mit, alle anderen schwelgen in den zeitlosen Melodien.

Viel Beifall gibt es für das Gitarren-Solo zu „While my Guitar gently weeps“ von George Harrison. Im Original wurde das auf der Aufnahme von Eric Clapton gespielt. Jac Bico, Gitarre, gelingt es ebenfalls vorzüglich. Mit einem beeindruckenden „Blackbird“ und dem harten „Helter Skelter“, dem folkigen „The Continuing Story of Bungalow Bill“ und den Soundcollagen bei „Revolution 9“, ernten die Niederländer stehende Ovationen.

Nach über zwei Stunden ist Schluss, das Publikum ist begeistert, als Zugabe gibt es den Übersong „I am the Walrus“. Die Beatles – größer als das Leben, The Analogues haben es hier ganz klar bewiesen.

Von Kai Schiering

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