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Kultur Tanztheater International: Das komplette Programm
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16:44 28.06.2019
So macht die Diktatur Spass: „Sweet Tyranny“ von Pere Faura kommt zum Festival nach Hannover. Quelle: Perez-Martin
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Hannover

Wenn es nach dem Titel geht, klingt das ja alles schonmal vielversprechend: „The falling Stardust“ oder „No Dance, no Paradise“ heißen die Stücke beim 34. Festival Tanztheater International (29. August bis 7. September), das Festivalchefin Christiane Winter präsentierte.

Die Themen der zehn Produktionen aus Kanada, Belgien, Frankreich, Japan, Israel, Kanada und Spanien umschreibt Winter so: „Es geht um den Tanz in Raum und Zeit – und um den Menschen in allen Phasen.“

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Den Menschen als „Kind“ (1. September) beispielsweise. Im Schauspielhaus zeigt das Ensemble Peeping Tom seine Produktion. Die langjährigen Festivallieblinge schließen damit ihre dreiteiliges Familien-Projekt ab. Die belgische Truppe hat dafür in Kindergärten und unter Schülern geforscht und ihr Stück in ein wirkungsmächtiges Bühnenbild gestellt.

Am anderen Ende des Lebens angesiedelt ist die Arbeit „Go!“ (3. September) der israelischen Choreographin Galit Liss in der Orangerie, die 18 Performerinnen versammelt, die sich schon in einem für Tänzer fortgeschrittenen Alter (60 bis Mitte 80) befinden und mit einer besonderen Bewegungssprache Einblicke in ihre unterschiedlichen Biografien geben. Winter: „Anrührend, wie die Choreographin mit der Ausdruckskraft dieser Körper gearbeitet hat.“

Auf andere Weise fordert die Kanadierin Catherine Gaudet ihre Akteure. Die Produktion „The Fading of the Marvelous“ (Das Verblassen des Wunderbaren, 2. September) bringt sie durch Konzentration auf kleinste Gesten und zurückgenommene Bewegungen an ihre Grenzen. Was auch bei Hannovers neuem Ballettchef Marco Goecke passieren kann, der mit seinem Solo „Äffi“ (4. September) beim Festival vertreten ist.

Der katalanische Choreograph Pere Faure ruft eine „Sweet Tyranny“ (5. September) aus, die süße Gewaltherrschaft übt natürlich der Ballettmeister hier über sieben Tänzer und Tänzerinnen aus – was einen Tag später in das entsprechende Solo mündet: „No Dance, no Paradise“, in dem er berühmte Tanzszenen der Filmgeschichte („Singin’ in the Rain“) verarbeitet.

Und dass Tanz mehr sagt, als Worte, weiß die japanische Choreographin Kaori Ito mit „I dance because I do not trust Words“ (31. August): Nach mehr als zehn Jahren internationaler Tanzkarriere hat sie ihren Vater Hiroshi (kommt aus Japan) auf die Bühne eingeladen, um sich mit ihm tänzerisch auszutauschen. Zu den Ausflügen in die Tanzgeschichte gehört die deutsche Erstaufführung von „The Swan an the Pimp“ (4. September) vom Israeli Hillel Kogan, der enthüllen wird, was der Schwan mit dem Zuhälter zu tun hat.

Und dass Tanz auch die pure Freude an Bewegung ist, zeigt Maria Campos mit mächtiger Perkussion im „Set of Sets“ (7. September).

Tickets gibt es an der Vorverkaufskasse im Künstlerhaus.

Von Henning Queren

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