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Kultur Tanzoffensive in der Eisfabrik mit „Cherchez la femme!“
Nachrichten Kultur Tanzoffensive in der Eisfabrik mit „Cherchez la femme!“
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18:04 16.02.2020
Auf der Suche nach der Frau: „Cherchez la femme!“ in der Eisfabrik ist eine Produktion der Tänzerin Maura Morales über die vielfältigen Formen der Weiblichkeit. Quelle: Eisfarbrik
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hannover

Es ist eine facettenreiche, tänzerische Suche nach der Frau. Im Tanztheaterstück „Cherchez la femme!“ („Die Frau suchen) in der Eisfabrik setzt sich die preisgekrönte Choreografin und Tänzerin Maura Morales mit dem Bild der Frau als ewige Unruhestifterin, als stetige Störerin einer (vermeintlichen) Ordnung auseinander.

Der Titel ist eine französische Redewendung und bedeutet: „Dahinter steckt bestimmt eine Frau!“ Zugleich wandelt Morales – zusammen mit ihren beiden Tänzerinnen Kalin Morrow und Mihyun Ko – auf den Spuren der amerikanischen Fotografin Francesca Woodman (1958-1981). Die brachte sich jung um und gilt posthum als eine der einflussreichsten zeitgenössischen Fotografinnen. Ihren Bildern mit Inszenierungen von Weiblichkeit wird eine beunruhigende Wirkung zugeschrieben.

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Beeindruckende Inszenierung und tänzerische Ausdrucksvielfalt

Im Rahmen der bereits vierten Ausgabe des Festivals Tanzoffensive in der Eisfabrik, fasziniert Morales mit ihrer beeindruckenden Inszenierung und tänzerischen Ausdrucksvielfalt.

Die Zentralhalle der Comedia Futura ist an beiden Abenden restlos ausverkauft. Zu Beginn haben die drei schwarzgekleideten Tänzerinnen runde, das Gesicht abdeckende Spiegel vor dem Gesicht. Sie liegen, winden sich, die Spiegel blicken auch ins Publikum und werden dann abgelegt.

Hohe und mutige Bewegungskunst

Was folgt ist eine expressive raumgreifende Tanzperformance. Das Trio zeigt verschiedenste Gefühlszustände von Frauen: Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schmerz... Auch Schwäche, Selbstbewusstsein, Stärke, Aufbegehren, Konkurrenz und Konflikt werden eindrucksvoll dargestellt. Ebenso Begehren, Lust, intime Augenblicke, Verkrampfung, Einsamkeit, Gemeinsamkeit, Annäherung und Trennung. Solistisch oder als Pas de deux, Pas de trois oder als synchrone Zweier- und Dreier-Choreographien.

Mit guter Körperbeherrschung, eigenwilligen Bewegungsformen und -abläufen wie bizarr verrenkte Gelenken und skulpturalen, auch erotischen Körperstellungen, ziehen sie die Zuschauer in den Bann. Hohe und mutige Bewegungs- und Darstellungskunst.

Life gespielter Soundtrack aus dem Off

Auch fallen mal fast alle Hüllen: Nackte Haut als Symbol der Verletzlichkeit und lustvoller Weiblichkeit. Überraschend: Wenn Mihyun Ko (so gut wie nackt) lustvoll in ein Sofa kriecht, darin zeitweise verschwindet.

All das umrahmt von dem im Off live gespielten Soundtrack von Michio Woirgardt (Cooperativa Maura Morales), mit pulsierenden Beats, rockigen E-Gitarrenklängen, sphärischen Flächensounds, Geräusch- und Soundcollagen.

Nach sechzig Minuten (ohne Pause) sechs Minuten kräftiger Applaus mit Jubel und Fußtrappeln. Packend, ausdrucksstark. Welche Frau gesucht wurde, bleibt letztlich offen. Deutlich wurde: Jede Frau ist, wie jeder Mensch, ein Universum für sich.

Von Christian Seibt

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