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Kultur Staatsorchester spielt „Desert Music“
Nachrichten Kultur Staatsorchester spielt „Desert Music“
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14:32 06.05.2019
Rhythmusmaschine: Das Staatsorchester bringt bei den diesjährigen „Klangbrücken“ die „Desert Music“ von Steve Reich.. Quelle: Kutter
Hannover

Bei einem Ausflug in die Wüste muss man schon fit sein, sonst kommt man nicht zurück. Das Staatsorchester wagte sich das, hatte als Ziel die extraschwere „Desert Music“ von Steve Reich und den Avantgarde-Dirigenten Jonathan Stockhammer als Reiseleiter.

Exakter Rhythmus und präzises Timing sind hier entscheidend. Der Dirigent wird da bisweilen zu einem menschlichen Metronom. Und das Tempo, das hier vorgeben wurde, war sogar noch deutlich schneller, als es Meister Reich in seiner eigenen Aufnahme vorgemacht hat.

50 Minuten höchste Präzision, die punktgenau von den Schlagwerkern, den Streichern und auch dem Chor gefordert ist. Den stellte hier das ChorWErk Ruhr, das auf Zeitgenössisches programmiert ist. Der Dirigent hatte ein kleines, schwarzes Kästchen in Griffhöhe neben seinem Pult, ein Monitor, der auch entfernt liegende Klanggruppen in Echtzeit wiedergab für die genauen Einsätze. Wenn es auf die Zehntelsekunden ankommt, ist der echte, direkte Schall manchmal zu langsam.

Das Staatsorchester bewältigte das ungewohnte Ausnahmewerk mit entsprechender Bravour, dieses scheinbar mechanische Pulsieren, das Ineinandergreifen der verschiedenen, immer wieder wechselnden Klangmuster. Hier läuft eine gut gewartete Maschine zuverlässig und mit reichlich Reserven. Eine Maschine, die wunderbar eingespielt und leistungsfähig genug ist für ansprechende Klangarbeit von Barock bis in die Gegenwart – die neue Intendantin Laura Berman kann sich also Zeit mit der Sache nach dem neuen Generalmusikdirektor lasse .

Eine große Klasse, die auch die beiden wagnergroß besetzten Stücke nach der Pause bewiesen. Steve Reich hat mit seinen „Three Movements“ die Grenzen des sinfonischen Orchesterapparats ausgelotet, seine Sound-Mechanik über das Schlagwerk hinaus auf Streicher, Holzbläser und Blech ausgedehnt. Was dem Staatsorchester hier ebensowenig Probleme bereitete wie die „Common Tones in simple Time“ von John Adams. Viel Applaus, und das Orchester feiert Dirigent Stockhammer für das intensive Trainingslager in Sachen Moderne.

Von Henning Queren

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