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Kultur Neues Projekt von Danya Segal
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16:02 19.07.2018
Neue Klänge in der Christuskirche: Hogir Göregen, Danya Segal und Mevan Younes (von links) setzen auf intensive Proben. Quelle: Queren
Hannover

Wie viel Arabien steckt in Vivaldi? Ziemlich viel, wenn man sich das neue Projekt von Danya Segal anschaut, Die versierte Instrumentalistin, die auch schon mal Händel in der Tiefgarage unter der Oper aufführte, setzt in ihrer aktuellen Produktion auf „Verwandlung“.

Unter diesem Titel gehen dabei barocke und arabische Klänge eine faszinierende Partnerschaft ein: Das renommierte Ensemble Musica Alta Ripa (Echo-Klassik) begleitet den türkischen Perkussionisten Högir Göregen und den Buzuq-Spieler Mevan Younes, der Mitglied des Syrisch-Arabischen Nationalorchesters ist und auch selbst komponiert.

Wie kommt man auf diese Kombi? „Ich war einfach begeistert von diesem neuen Klang“, so Flötistin Danya Segal, „wir hatten bei unserem letzten Programm ’Mutter’ auch syrische Wiegenlieder dabei, die Musik war einfach wunderbar.“

Klassisches von Vivaldi wird es diesmal geben, bekannte Concerti, ebenso den „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ – hier statt von der Violine mit der Buzuq auf entsprechende Temperaturen gebracht. Warum Vivaldi? „Der funktioniert weltweit“, so Segal

Und das Ganze ist ziemlich ambitioniert, denn die fremdländischen Instrumente müssen auf den Klang des europäischen Orchesters herabgestimmt werden – das den Kammerton auf 415 Hertz festgelegt hat.

Aber es lohnt sich: Gerade wenn sich die arabischen Instrumente mit barocken Streichern mischen, entstehe ein „unglaublicher Sound“. Solche Projekte dienen auch dazu, neue Hörerschichten zu erschließen. „Wenn ich heute das Publikum von Barockkonzerten sehe, bemerke ich vor allem ältere Menschen – das kann sich ändern durch entsprechende Angebote“, so Segal.

So hat sie barocke Klänge mit Lichtkunst gemischt oder mit chinesischem Tanz und Kalligraphie verbunden Ein unvergessenes Konzert mit Rap und Barock initiiert – bei dem Rap-Star Samy De Luxe mit Counter-Star Valer Sabadus gemeinsam in Hannovers Stadtkirche und der Berliner Dom auftraten

Diesmal gibt es zusätzlich neue Kompositionen. Drei stammen von Mevan Younes, der auf seinem Instrument auch Bach und Vivaldi erstaunlich klanggetreu zu spielen versteht und seine Werke für barockes Orchester komplett eingerichtet hat.

Younes hat an der Hochschule für Musik in Damaskus studiert und abgeschlossen und ist auch Spezialist für ungewöhnliche Auftritte – so war er auch schon auf dem rockigen Roskilde-Festival zu hören. Gastspiele führten ihn durch Deutschland und Frankreich.

Die außergewöhnliche Kombi der Instrumente hat mittlerweile das Interesse der Plattenfirmen geweckt. Die CD mit dem Konzert „Mutter“ erscheint bei Sony im kommenden Jahr – am Muttertag.

Verwandlung“ am 28. Juli ab 19.30 Uhr in der Christuskirche (Tickets 25 Euro) – sonst in der Nähe noch in Kloster Mariensee (26. Juli), Klosterkirche Vechte (27. Juli), Schloss Oelber (26. August).

Von Henning Queren

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