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Kultur Markus Huemer im Sprengel Museum
Nachrichten Kultur Markus Huemer im Sprengel Museum
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15:18 25.03.2019
Gedankenspiele im Sprengel Museum: Markus Huemer (49) stammt aus Linz, hat auch in Düsseldorf studiert und lebt heute in Berlin.
Gedankenspiele im Sprengel Museum: Markus Huemer (49) stammt aus Linz, hat auch in Düsseldorf studiert und lebt heute in Berlin. Quelle: Queren
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Er malt nur mit Nichtfarben, mit Schwarz, Weiß, Grau. Und einem ganz besonderen Blau. „Alphakanalblau“ – das ist genau der Farbton, der immer dann auf den Displays auftaucht, wenn von der digitalen Quelle kein Signal geliefert wird – und als Bild eben ein Nicht-Bild zeigt.

Ein Paradox, das für diesen Künstler zentral ist: „Ich interessiere mich für die Möglichkeiten, Grenzen und Besonderheiten der Malerei im Digitalzeitalter“, so Markus Huemer, der zwei Werkgruppen im Sprengel Museum präsentiert.

Da sind die „Black Boxes“, naturfarbene Holzkuben, deren schwarze Kanten darauf hindeuten, dass sie innen schwarz ausgemalt sind – was sich aber nicht verifizieren lässt, denn die Kästen sind komplett geschlossen. „Am System Blackbox eben auch für die Flugzeuge fasziniert mich, das etwas aufgezeichnet ist, was eigentlich ausgelöscht ist.“

Und das gilt für das Bild als Informationsträger schlechthin. Wir seien von „hochmanipulativen Bildern“ umgeben. Was sei überhaupt noch real, was man auf zeitgenössischen Bildern zu sehen bekommt? Huemer verweist dabei auf die Bilder von der Rückseite des Mondes, die zur Zeit von einer chinesischen Sonde geliefert werden – das könne doch gar nicht sein. „Die Dark Side of the Moon ist komplett schwarz, da gibt es kein Licht, da kann nichts aufgenommen werden – also was bekommen wir da?“ Früher war es noch Aufgabe der Künstler gewesen, imaginäre Bilder zu liefern, heute ist es durch die Digitalisierung alltäglich.

Wie bei den „Thumbnails“ – so hat Huemer eine Werkgruppe aus 263 kleinen Formaten genannt – allesamt minimierte Reproduktionen von Arbeiten aus seinem umfangreichen Gesamtwerk. Auch er hat – wie bei den digitalen Geschwistern – die großen Stücke ins kleinere Format umgerechnet, so dass sie trotzdem erkennbar bleiben.

Zwei riesige Ölbilder zeigen den Ausstellungsraum, dominiert von einem schwarzen Kubus, der nur auf der Leinwand existiert, dadurch aber seine eigene Wirklichkeit bekommt, das ist dann Malerei 4.0. Ach ja, der Titel der Sprengel-Schau ist ein wenig ungewöhnlich: „Ich hätte euch auch die gleiche Ausstellung immer wieder machen können“. Sicher, hätte er, macht er aber nicht.

Bis 30. Juni. Katalog 144 Seiten, 19 Euro.

Von Henning Queren

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