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Kultur Louisa Clement im Sprengel Museum
Nachrichten Kultur Louisa Clement im Sprengel Museum
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16:06 28.01.2019
Louisa Clement und ihre VR-Arbeit „Aporias“. Die Ausstellung läuft bis 10. Juni. Der Katalog (160 Seiten) kostet 24 Euro. Quelle: Queren
Hannover

Wenn gar keiner mehr mit einem reden will, stülpt man sich diese VR-Brille über – und sitzt mit drei vorgespiegelten Gestalten am Tisch, die zumindest zuhören und reagieren.

Den Tisch immerhin kann man noch anfassen. Verblüffend, eben virtuell wird hier die Realität, die von der Bonner Künstlerin Louisa Clement angesteuert wird. „Remote Control“ heißt deshalb diese ziemlich aktuelle Schau.

Doch, man kann sich schon rettungslos in diesem virtuellen Raum verlieren – bis man die Brille wieder abnimmt. So fühlt es sich also an, mit einem Bot in einem Raum zu sein, mit einem Computerprogramm, das selbsttätig menschliche Interaktionen weiterdenkt. Wenn es denn überhaupt Denken ist, auch solche Grundsätzlichkeiten werden hier verhandelt.

Die Frage, die sich die Andreas-Gursky-Meisterschülerin in ihrer Ausstellung stellt, ist frisch und ebenso vermessen wie berechtigt: „Braucht der Mensch überhaupt noch einem Körper um zu existieren?“ Zumindest braucht er ihn noch, um sich diese partiell überwältigende Ausstellung anzugucken und den „Schmerzraum“ zu betreten.

Hier gehts um den Grenzbereich von Menschlichem und Artifiziellen, die Installation beschreibt einen Übergang durch die Verwendung von künstlicher Haut – der „E-dermis“, die Prothesenträgern den Tast- und Schmerzsinn rekonstruieren soll.

Louisa Clement (31) kommt von der Fotografie her und ist ziemlich erfolgreich – zur Zeit laufen vier Ausstellung parallel, die bei Sprengel ist ihre erste Museumsausstellung. Ihren Markenkern machen großformatige Bilder aus, die auf andere Weise die Körperlichkeit in den Fokus rücken. Es sind Fotos (die Leistungsfähigkeit ihres Smartphones reicht) von Schaufensterpuppen, die durch die Glasscheiben abgelichtet wurden. Die Arbeiten heißen „Heads“, „Gliedermensch“ oder „Avatar“. Manche der farbstarken Arbeiten („Not lost in you“) sind leinwandflache Videos.

Ein wenig neben dem Gesamtkurs der Ausstellung liegt der „Transformationsschritt“, eine raumfüllende Bodenarbeit aus zwei Tonnen schwarzem Glas, deren Ästhetik des Schreckens man erst begreift, wenn man den Herstellungsprozess erfährt: Hier liegen die Überreste von Giftgas, von Sarin, das man dem Diktator Assad weggenommen hat. In Deutschland, in Munster wurde die gefährliche chemische Struktur aufgebrochen und in Glas eingeschmolzen. Die Schlacke dient zerkleinert als Schotte für den Straßenbau. Auch Gift kann virtuell werden. Und Virtualität bisweilen giftig, wie diese Ausstellung zeigt – die zum Publikumsrenner werden dürfte.

Von Henning Queren

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