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Kultur Kunstpreis für Dieter Froelich
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17:38 25.06.2018
Fragile Gebilde: Der Künstler Dieter Froelich und seine titellosen Skulpturen im Kunstverein.
Fragile Gebilde: Der Künstler Dieter Froelich und seine titellosen Skulpturen im Kunstverein. Quelle: Wilde
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Hannover

Kochen im Kunstkontext, ein beeindruckendes plastisches Lebenswerk: Der renommierte Kunstpreis der Sparkasse Hannover geht in diesem Jahr an dien hannoverschen Künstler Dieter Froelich.

Warum in jeder Hinsicht preiswürdig – das wird in der Herbstausstellung des Kunstvereins (18. August bis 28. Oktober) zu sehen sein. Hier werden neuere Arbeiten von Froelich gezeigt.

Gestern gab es bei der Präsentation des Preisträger schon mal eine Art Vorgeschmack: An der Grenze von sakral und royal liegen die titellosen Skulpturen, die an Kronen von Heiligen gemahnen. Und gleichzeitig an Beinhäuser erinnern, denn die bis zu einem halben Meter Durchmaß messenden zerbrechlichen Gebilde sind aus Ochsenschwanzknochen gebildet – sie wirken auch ein wenig wie Schaustücke aus dem Biologieunterricht. Froelich: „Mich hat der Bereich von Schule, Lehrmittel und Präparation immer fasziniert.“

Die Knochenkronen stehen gleichzeitig für die beiden Sphären, in denen der in Döhren ansässige Künstler arbeitet, der Plastik und des Kochens. Mit seiner „Restauration a.a.O.“ (am angegebenen Ort), einer Art fliegender Speisewirtschaft, hat er bereits den Pro-Visio-Preis der Kulturregion geholt. Speisen sind für ihn „Bildentwürfe“ im weitesten Sinne.

Kochen als integraler Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit – die kann dann auch zu so verblüffenden Stücken führen wie diesem Auflagenobjekt (zehn Exemplare): ein gerahmtes Küchentuch mit der aufgedruckten Aufschrift: „Hört auf zu kochen“.

In der 88. Herbstausstellung des Kunstvereins wird aber das plastische Werk im Vordergrund stehen – Dieter Froelich plant Knopfbilder (eins mit dem Duce) zu zeigen, selbst angefertigte Klingelbeutel und eingekleidete kleine Madonnen. Kunstvereinsdirektorin Kathleen Rahn betonte besonders die „Konsequenz“ im Werk von Dieter Froelich.

Um einen Platz in der Herbstausstellung hatten sich mehr als 500 Künstler beworben, 53 wählte die Jury aus. Seit 1984 vergibt die Sparkasse ihren Kunstpreis (10 000 Euro), sieht das als „nachhaltiges Fördermittel für die hannoversche Szene“, so Heinrich Jagau, der Vorstandsvorsitzende.

Von Henning Queren

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