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Kultur Kool Savas in der Swiss-Life-Hall
Nachrichten Kultur Kool Savas in der Swiss-Life-Hall
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15:23 24.03.2019
Kool, dieser Savas: Der Rapper hört auch auf seine Fans. In den Zugaben singen sie „Schau nicht mehr zurück“.
Kool, dieser Savas: Der Rapper hört auch auf seine Fans. In den Zugaben singen sie „Schau nicht mehr zurück“. Quelle: Petrow
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Hannover

„Heute das erste Mal solo in Hannover und nicht im Capitol“, freut sich Kool Savas in der Swiss-Life-Hall, 2200 Fans sind da.

Und warum gerade bei einem, der seit Ende der Neunziger seine Art Main-stream-Battlerap macht? Manche Wegbegleiter der zweiten Deutschrap-Welle sind in der Versenkung verschwunden: wörtlich, wie Bushido, oder bildlich, wie B-Tight, der im April dann gerade mal das kleine Lux bespielt.

Doch Kool halten die Fans die Treue, und als Belohnung beginnt das Konzert mit einem Brett an Klassikern: „Futurama“, „Rapfilm“, da mischt Savas schon mal eine Doubletime-Passage unter, in der Technik war er den meisten deutschen Battlerappern schon immer überlegen. „Zehn Lieder waren das, von zehn unterschiedlichen Alben“, beschwert er sich bei seinem DJ Eule, der auf einem überdimensionierten Kassettendeck sein Pult aufgebaut hat.

Zwei Sängerinnen und zwei Backup-Rapper hat Savas mit auf der Bühne, diese können sich vor allem in den poppigen Momenten profilieren.

„Royal Bunker“ ist vom Kollabo-Album mit Sido, erst im August spielten die zwei Berliner ein Open Air auf der Parkbühne. Heute kündigt Kool seinen Kumpel zum Spaß zweimal an, „aber er ist nicht da“, sagt er traurig, als der zum Jubel nicht erscheint. Ganz so nostalgisch wie das „Royal Bunker“-Konzert wird der heutige Abend nicht, obwohl Savas nicht mit alten Songs geizt: „OK!“, „King of Rap“, „Alle schieben Optik“, da gehen hunderte Paar Arme hoch und runter.

„Schwul“ ist für Savas immer noch nicht mehr als eine Beleidigung, auch wenn er die Welt etwas besonnener sieht als zu „Das Urteil“-Zeiten – der Diss gegen Eko Fresh, der immer noch ein Prototyp in der Szene darstellt. Rough, raw und hardcore kann er aber immer noch, bei „Tribut“ kocht die Halle, angeheizt von Pyro-Feuerbällen.

„Als Rapper war man ein richtiges Opfer in Kreuzberg“, erinnert er sich an die Anfangszeiten, „LMS“ kommt aus dieser Zeit, auch ein Medley aus alten Tracks spielt Savas gerne, er hat einfach zu viel Material im Gepäck, rappt schnell und sauber.

Die Fans wünschen sich auch Songs mit gemeinsamen Chants, zu „Rhythmus meines Lebens“ singen alle mit, bei Xavas‘ „Schau nicht mehr zurück“ übernimmt die Halle den Part von Xavier Naidoo.

„Eazy-E war mein Lehrer, Jay-Z und auch Ice-T“, sagt Savas noch vor den Zugaben, ein Sample des WuTang-Clan-Mitglieds Ol‘ Dirty Bastard eröffnet „Krieg und Frieden“, dann gehen die Bühnenlichter aus und die Besucher erleuchten den Saal und „S, A, V“, bis tief in den Abend.

Von Lilean Buhl

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