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Kultur Kaya Yanar in der Swiss Life Hall
Nachrichten Kultur Kaya Yanar in der Swiss Life Hall
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16:13 29.10.2018
Rastet aus: Kaya Yanar in der Swiss Life Hall.
Rastet aus: Kaya Yanar in der Swiss Life Hall. Quelle: Franson
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Hannover

Komisch, dass sich Kaya Yanar nicht über die Zeitumstellung aufregt. Das Programm „Ausrasten für Anfänger“ beginnt am Sonntag schon um 19 Uhr, 2900 Fans sind in die Swiss Life Hall gekommen, um Deutschlands Dienstältesten Ethno-Comedian über so gut wie alles zetern zu sehen: Technologie, Reisen, Autoverkehr – Yanar führt seine Entwicklung zum „Mecker-Opa“ auf die Kindheit zurück.

„Für mich gab es zwei Möglichkeiten: Komiker oder Klapse.“ Seine türkischen Eltern sprachen nur Deutsch mit den Kindern, „dafür sollte man die Sprache aber perfekt beherrschen“ – Migration, winkt er ab, „ich kann es keinem empfehlen“. Im Hintergrund springt ein grüner Kaya-Hulk mit lilafarbener Hose und Schirmmütze durch eine Ziegelwand, als 40-jähriger merke man, sagt Yanar, „die Idioten wachsen nach“.

Und sie tragen VR-Brillen: „Da ist man in seiner eigenen Welt. Früher mussten wir dafür Drogen nehmen.“ Obwohl der Komiker gerne mal in sein patentiertes Deutsch-Türkisch-Gemisch verfällt, gibt es heute keine Türkenwitze – zu riskant. „Vor zehn Jahren haben noch alle gelacht. Vor drei Monaten haben sie erst einen aus dem Knast gelassen, jetzt ist Platz für einen neuen.“

25 Jahre ist er auf deutschen Bühnen unterwegs, „seit 20 Jahren kommen Leute“. Und die werden heutzutage sogar eingebunden: Nach der Pause liest er online eingesendete Vorschläge der Zuschauer vor, die zwanzig Minuten, in denen er vom Handy abliest und kommentiert, geraten etwas langatmig – sein neuer schweizerischer Akzent kassiert dagegen fast mehr Lacher als die Evergreens.

Mitgefilmt werden darf heute nicht, bis auf die ersten Sekunden, in denen Yanar für Fotos posiert. „Ich will das Programm an ARD, ZDF, RTL und Sat1 verkaufen, so dass man im nächsten Herbst auf jedem Kanal dieselbe Fresse sieht. Wie im türkischen Staatsfernsehen.“ Da ist er, der ersehnte Türkenwitz – andere Nationalitäten „beschweren sich, dass ich keine Witze über sie mache“. Solange Leute kommen, ist Kaya Yanar ja noch ein bisschen unterwegs.

Von Lilean Buhl

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