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Kultur Katie Melua im Kuppelsaal
Nachrichten Kultur Katie Melua im Kuppelsaal
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14:50 25.11.2018
Gefühlvoll: Katie Melue bei ihrem wundervollen Konzert im Kuppelsaal. Quelle: Wallmüller
Hannover

Es gibt Musik, die funktioniert im Winter, bei Nebel, Frost und warmen Wolldecken, am besten. Katie Melua gibt im Kuppelsaal sogar zu, mit dem jüngsten Album „In Winter“ eigentlich eine Weihnachts-LP aufgenommen zu haben, so gut passt der Sound zur Jahreszeit.

Und passend zum Winter ist auch, dass sich Melua eine leichte Laryngitis eingefangen hat: „Ihr habt vielleicht schon gemerkt, dass ich mich etwas rauchiger anhöre als sonst“, sagt die Sängerin nach dem „Plane Song“ – ja, merklich ist es, aber keineswegs störend: Die Heiserkeit gibt Meluas Gesang mehr Tiefe (im doppelten Sinne), die sie bei Songs wie „Nine Million Bicycles“ auszunutzen weiß; das soft-loungige Zusammenspiel mit ihrer stets diskreten, vierköpfigen Band klappt schon auf den ersten Metern hervorragend.

Viele Cover singt Melua für die 3000 Besucher, bei denen sie sich zwischen Schlucken aus der Thermosflasche ausladend fürs Kommen bedankt: Die Fans hören „Just Like Heaven“ von The Cure in einer Downtempo-Version, im Hintergrund, auf einer volleyballfeldgroßen Leinwand laufen impressionistische Kurzfilme – ein Fuchs streift durch eine Schneelandschaft, ein Kutter fährt an Eisbergen vorbei, irgendwo in der Gemütlichkeit des Jazzcafés und der Weite der Ozeane siedelt Melua ihren Sound an.

Vor Joni Mitchells „River“ (das im Original kurz „Jingle Bells“ anspielt) betritt der Gori Women’s Choir aus Meluas Geburtsland Georgien die Bühne und verleiht der Ballade noch eine Spur mehr Gewicht –beim tragenden „Dreams on Fire“ ergibt die Symbiose noch mehr Sinn. Melua ist sichtlich glücklich über die Zusammenarbeit mit den Sängerinnen und kann ihre Stimme etwas schonen, wenn die Damen den Kuppelsaal mit einem Traditional alleine in den Bann ziehen. Mit Adolphe Adams „O Holy Night“ wird der Abend dann ausdrücklich zum Adventskonzert und der Chor darf zu früher Hochform ansingen: Sakraler als hier Moment werden Pop-Konzerte selten.

Nach der Pause machen Melua und die Musiker nahtlos weiter: Nur läuft bei „Perfect World“ ein derart charmanter Claymation-Kurzfilm im Hintergrund, dass der für einen Nebenschauplatz fast zu gut ist – und die Aufmerksamkeit mit seiner aufwändigen Produktion von der Bühne ablenkt.

Großen Beifall gibt es aber gleich danach für das ukrainische Neujahrslied „The Little Swallow“ – „The Flood“, ein Melua-Original, wechselt dann zum ersten Mal das Klang- und Lichtbild mit dramatischen Schattenspielen. In „Piece by Piece“ demonstriert ihre Band Fingerspitzengefühl an allen Instrumenten: Drums und Kontrabass spielen zurückhaltend, der E-Gitarrensound ist klar, eine warme Hammond-Orgel sorgt für das klangliche Bett.

Passend, dass sich auf der Leinwand zum letzten Song in hellen Farben Blumen öffnen, „Wonderful Life“, im Original von Black ein ironischer Song, Melua nimmt man ihn wörtlich ab. Erst in den Zugaben macht sich der Hals nochmal bemerkbar: „Maybe I dreamt It“, mit einem Crescendo des Chors, welches Standing Ovations verursacht, bleibt das einzige Extra.

Von Lilean Buhl

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