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Kultur Käte-Steinitz-Nachlass im Sprengel Museum
Nachrichten Kultur Käte-Steinitz-Nachlass im Sprengel Museum
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17:07 03.12.2018
Starke Frau: Die Künstlerin Käte Steinitz.
Hannover

Große Kunst kann bisweilen ganz klein sein: Kurt Schwitters hatte einen besonderen Humor und hatte eines seiner heute Millionen teuren Bilder geschrumpft. Ein Merz-Bild, ein echter Schwitters für die Puppenstube für die Tochter von Hannovers Avantgarde-Frau Käte Steinitz. Das verblüffende Mini-Werk gehört in den überwältigenden Nachlass der Künstlerin, den das Sprengel Museum von den Erben aus Los Angeles bekommen hat – und zur Zeit sichtet.

Drei riesige Kisten wurden aus dem Nachlass der Familie nach Hannover geschickt – mit 1579 Positionen. Wozu Kunstwerke, Fotos, Schriften, Zeichnungen und Briefe von in erster Linie Käte Steinitz gehören (etwa zwei Drittel). Aber auch von namhaften Künstlern wie Schwitters, El Lissitzky oder auch Alfred Renger-Patzsch. Oder auch solche echten Fundstücke wie eine Zeichnung von George Grosz, die noch in keinem Werkverzeichnis aufgeführt ist.

Eigentlich sollte das alles das Museum of Modern Art in San Francisco bekommen. Das hatte Käte-Steinitz-Enkel Henry Berg eigentlich vor – 20er-Jahre-Spezialistin Isabel Schulz vom Sprengel Museum hatte sich daraufhin vor vier Jahren mit dem Enkel in Berlin getroffen, der zufällig hier war, als ein Bild aus dem Steinitz-Nachlass in der Hauptstadt gezeigt wurde. Henry Berg war dann auch in Hannover, hatte sich den Neubau angeschaut und konnte dann doch überzeugt werden, dass Hannover die beste Adresse ist.

Besonders ist, dass der Nachlass noch so vollständig und vergleichsweise gut erhalten geblieben ist, auch durch die Wirren der Emigration – darunter sogar einige Werke in Hinterglasmalerei, keine der Platten war zerbrochen.

Auf den Kunstmarkt ist Käte Steinitz noch nicht allzu präsent. „Das kommt aber“, so Isabel Schulz, „zwei Galerien bemühen sich um das fotografische Werk.“

Warum ist Käte Steinitz überhaupt so wichtig für Hannover und Sprengel Museum? „Der Nachlass ist kunsthistorisch hochspannend“, erklärt Isabel Schulz, „denn Käte Steinitz war nicht nur bildende Künstlern, sondern auch Fotografin und kannte jeden, der in den 20er und 30er Jahren in Hannover künstlerisch etwas zu sagen hatte.“

Besonders bedeutsam ist ihre Freundschaft zu Kurt Schwitters, die nie abgerissen war. Das Ganze sei ein „Superschatz“ für die Stadtgeschichte. Im Januar plant das Sprengel Museum eine umfangreiche Merz-Präsentation, dabei wird auch das kleinste Merz-Bild der Welt groß rauskommen.

Die Biografie

1889 geboren in Beuthen in Oberschlesien.

1912 Reisen nach Paris, Studium der Malerei

1917 nach Heirat mit dem Arzt Ernst Steinitz Umzug nach Hannover.

1918 erste Begegnung mit Kurt Schwitters, Merz-Kunst, Dada-Abende

1919 Bekanntschaft mit Theodor Lessing.

1921 Beteiligung an Ausstellungen in der Kestnergesellschaft.

1924 mit Kurt Schwitters zusammen das Buch „Hahnepeter“ – Käte Steinitz illustriert.

1925 bis 1932 Journalistin beim „Hannoverschen Kurier“.

1928 Veranstaltung der „Zinnoberfeste“.

1929 Ausstellung im Kunstverein Hannover.

1935 Berufsverbot mit anschließender Emigration nach New York.

1944 US-Staatsbürgerschaft.

1963 Buch: Erinnerungen an Kurt Schwitters.

1975 Tod in Los Angeles.

Von Henning Queren

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