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Kultur Jugend spielt für Jugend im Ballhof
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17:55 24.06.2018
Am Ende Tanzen: Jugend-Theater im Ballhof zur Weltverbesserung.
Am Ende Tanzen: Jugend-Theater im Ballhof zur Weltverbesserung. Quelle: Maasewerd
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Hannover

Am Ende stehen die Jugendlichen aus Malawi auf der Bühne des Ballhofs und tanzen – so energisch und ansteckend, dass bald die ganze Bühne voller Tänzer ist, die übermütig über die Bretter toben.

Die Einlage hat keinen inhaltlichen Hintergrund, der fröhliche Tanz war lediglich einige Tage vorher bei der Performance unter den Tisch gefallen und die Jugendlichen hatten gebeten, ihn am Abschlussabend vom „Jugend spielt für Jugend“ abschließt.

„40 Ways to make the World more attractive“ lautete das Motto, das die Jugendlichen aus neun Theatergruppen eine Woche lang bearbeitet haben: 40 Arten, die Welt zu verbessern. „Ich bin vielleicht befangen, aber wir finden, dass es diesmal eine tolle Mischung war und sich die Gruppen wunderbar ergänzt haben“, freut sich Barbara Kantel, die Leiterin des Jungen Schauspiels, das dieses Projekt gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater organisiert hat.

Zwei Gruppen aus Ghana, eine aus Malawi, eine aus Estland und eine aus der Türkei wurden eingeladen und trafen hier auf die Theatergruppen der Ernst-Reuter-Schule aus Pattensen, des Georg-Büchner-Gymnasiums, des Hölty-Gymnasium aus Wunstorf und der IGS Langenhagen. Fünf Tage lang gab es Aufführungen satt, und dazwischen immer wieder Workshops, zu so unterschiedlichen Inhalten wie gesundes Kochen, Bodypainting, Urban Gardening, Geschlechtergerechtigkeit oder Kolonialismus.

Studierende der Leibniz-Uni sowie extra eingeladene „Impulsgeber“ aus den teilnehmenden Ländern halfen dabei, sich den Fragestellungen zu nähern und durch Theaterübungen gemeinsam eine Abschlusspräsentation zu erarbeiten. Die Gruppe, die sich mit sozialer Ungleichheit beschäftigt hat, lässt eine Jugendliche auftreten, die zwei Blatt Papier in der Hand hält und erklärt, dass beide im Grunde völlig gleich sind: Sie lassen sich beschreiben oder zerknüllen – einziges Unterscheidungsmerkmal ist die Farbe.

Auch die anderen Lösungen sind angesichts der kurzen Vorbereitungszeit eher plakativ und einfacher Natur. So wird die Schule attraktiver, wenn die Korruption beendet wird, mehr Geld für besseres Essen da ist und die Schüler dadurch weniger aggressiv sind.

Eins lässt sich an diesem letzten Abend aber auf jeden Fall erkennen: Die Teilnehmer sind in der kurzen Zeit zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden. Vereinzelt fließen Tränen, weil der Abschied kurz bevorsteht. „Es gab ein hervorragendes Feedback“, weiß auch Kantel, „die Jugendlichen haben sich sehr aufgehoben gefühlt in ihren Gastfamilien.“

Immerhin 40 Veranstaltungen gab es dieses Jahr – passend zur 40. Ausgabe eines Festivals, das mit einfachen Mitteln zeigt, wie wunderbar Völkerverständigung ablaufen kann.

Von Matthias Wieland

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