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Kultur Joris im Capitol
Nachrichten Kultur Joris im Capitol
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15:13 25.10.2018
Auch Jam nd Jazz dabei: Joris begeistert im Capitol mit seiner vollbärtigen Band.
Auch Jam nd Jazz dabei: Joris begeistert im Capitol mit seiner vollbärtigen Band. Quelle: Foto: Wilde
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Hannover

Nach einer langen Bühnenpause auf 1350 strahlende Gesichter zu treffen, kann nur gute Laune verursachen.

So muss Joris, 2015 Deutschpop-Hitmaker und vor seinem neuen Album ein paar Monate aus der Öffentlichkeit verschwunden, im Capitol gar nicht viel erklären, wie happy er ist – man sieht es seiner Mimik an.

Mit breitem Lächeln und einer vierköpfigen, vollbärtigen Band geht es kopfüber ins temporeichste Pop-Oeuvre, was die deutschsprachige Szene so zu bieten hat.

Nach „Magneten“ und „Bis ans Ende der Welt“ kapiert man, dass Joris und seine Truppe Indie-Rock im Pop-Gewand machen, mit einem Ohr für Mitsing-Melodien und keiner Scheu vor Kitsch in den Texten: „Von Ost nach West, bis der Schmerz nachlässt“.

Im Autoradio klingt das manchmal zu risikoarm, aber von der Capitol-Bühne geht die Energie, mit der sich der Sänger in die Chöre hängt, direkt ins Publikum über. „Das Capitol erwacht“, singt Joris in „Feuerwerk“, natürlich haben die Fans die alten Singles noch besser drauf, zum Finale springt der Frontmann vom Piano.

Joris kommt daher, „wo die Leute Dancing Shoes an den Beinen haben“, nämlich aus Vlotho an der Weser – von trockenem Ostwestfalentum ist nichts zu spüren.

Eine neue Version von „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ ist deutlich ambitionierter, fast progressiv-rockig, für die geschmackvolle Ballade „Im Schneckenhaus“ gibt es einen extra großen Beifall. Bald kommt der Sänger ins Reden, erzählt ganz viel zwischen den Songs, appelliert an das Publikum, nach dem Konzert doch bitte nicht auseinander zu gehen, sondern gemeinsam „die Welt bunter zu machen“ – die Hymnen dazu hat Joris genug geliefert.

„Du“ zelebriert die Freundschaft, über Hip-Hop-Beat und weichem Keyboard darf jedes Bandmitglied ein Solo spielen. Vor „In Zeitlupe“ spielt Joris eine Hommage an die Europamelodie aus Beethovens Neunter auf der Gitarre an, die T-Shirts aus dem Merch, sagt er, „sind übrigens Bio und Fairtrade“.

In den Zugaben können die Fans dann nochmals lange mitsingen. Die Band zieht zur Erfolgssingle „Herz über Kopf“ noch einmal alle Register, einen Ska- und Jazz-Exkurs später ist aus dem Pop-Hit eine Jam-Session geworden – Joris, seine Band und seine Fans haben alles gegeben.

Von Lilean Buhl

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