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Kultur Joja Wendt im Aegi-Theater
Nachrichten Kultur Joja Wendt im Aegi-Theater
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17:00 30.11.2018
BRINGT LICHT INS DUNKLE: Joja Wendt spielt im Theater am Aegi. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Ziemlich zu Beginn macht Joja Wendt auf der Bühne im Theater am Aegi alles klar: Er spielt Leonards Cohen „Halleluja“ in einer reichlich verhetzten Version, die mehr nach Coverband als nach künstlerischer Interpretation klingt – und lässt dann das Publikum statt „Halleluja“ „Hallo Joja“ singen.

Warum auch den Charakter einer Komposition achten, wenn man einen schalen Witz machen kann. Der Musikfreund wendet sich mit Grausen, dem zahlreich erschienenen Publikum aber gefällt’s. Kein Wunder: Joja Wendt ist nach eigener Aussage „Deutschlands erfolgreichster Pianist“.

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Er lässt sein Klavier während des Spielens hydraulisch vom Boden abheben und zu Michael Jacksons „Thriller“ zieht er Leuchtfinger über, die diesem vielleicht sogar gefallen hätten, ganz sicher aber den Ehrlich Brothers. Das Motto der Tour lautet „Stars on 88“: bekannte Popsongs, dargeboten auf den 88 Tasten eines Flügels.

Wendt zeigt zuweilen eindrucksvoll, zu welcher Klangfülle dieses Instrument fähig ist. Er verleiht einer glatten Radionummer wie Ed Sheerans „Shape of You“ ungeahnte Dynamik, spielt ein energiegeladenes „Thunderstruck“ (AC/DC) und eine gefühlvolle Version von „Purple Rain“ – dies sind Höhepunkte seines Sets.

Vor allem aber will er dem Publikum einen Wohlfühlabend bereiten – inklusive Spielchen wie im Cluburlaub und einem leicht bei Otto abgeschauten Humor.

Am Ende gibt es in seinem nachgebauten Jugendzimmer dann noch auf dem Fender Rhodes gute, alte Hits wie „Jeans on“, „Satisfaction“ oder sogar „We will rock you“, begleitet vom enthusiasmierten Publikum. Herzlich willkommen in der Oldiedisco. Zum Abschluss noch den „Hummelflug“ – Wendt spricht von „Hochkultur“, meint aber eigentlich nur Schnelligkeit, auf die er immer wieder stolz hinweist. Der Beifall ist groß – der ganze Saal tobt.

Von Matthias Wieland

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