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Kultur Jörg Mannes probt Walzer-Stück
Nachrichten Kultur Jörg Mannes probt Walzer-Stück
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00:21 17.05.2019
Nachdenklich: Aber getanzt wird Walzer. Steffi Waschina (oben) und Michele Seydoux bei den Proben für die neue Jörg-Mannes-Produktion. Quelle: Weigelt
Hannover

Kann man unter Walzern leiden? Unter Umständen schon. Wie Ballettchef Jörg Mannes, der auch deshalb für seine neue Produktion den Titel „1-2-3 ... Ein Walzertrauma“. Samstag ist Premiere, die Proben laufen auf Hochtouren.

Am Walzer ist Jörg Mannes nie vorbeigekommen, wie auch, wenn man Tänzer ist und ihn Wien aufwächst. „Ich habe mir durch Walzertanzen immer etwas dazu verdient, war auch bei den Einspielungen bei den berühmten Neujahrskonzerten – und irgendwann kann man es dann nicht mehr hören.“

Dabei geht es ihm in seinem neuen Stück eher nicht nur um den Walzer, sondern eher um die Stimmung, die diese besondere Musikform produziert. Und es geht natürlich auch um Wien, das diese besondere Stimmung lebt. „In dem Walzer steckt so etwas wunderbar Doppelbödiges, was ist Sein, was ist Schein – und in Wien ist sehr viel Schein und sehr wenig Sein.“

Eine eigentliche Handlung wird nicht auszumachen sein. Jörg Mannes, der viele Jahre im Wiener Ballett getanzt hat, konzentriert sich in dem 90-Minüter auf Szenen, die bisweilen durch Personen verbunden sind – wie die legendäre Alma Mahler, die in verschiedenen Szene immer wieder auftaucht und von verschiedenen Tänzern verkörpert wird.

Das Ziel: „Ich möchte eher ein Bild malen von Wien, wie es in meiner Erinnerung existiert.“ Um das zu unterstreichen, sind im Programmheft ältere Fotos zu sehen, die Jörg Mannes in seinen frühen Jahren von Wien gemacht hat. „Und das ist eine Stadt, die so ganz anders wirkt als das derzeitige Touristen-Mekka.“ Man könnte es als ein wenig grau, ein wenig verlottert und morbide bezeichnen. „Ich habe Ecken, die bösen Seiten entdeckt, die man heute für unmöglich hält.“ Und einmal musste Jörg Mannes sogar um sein Leben laufen, als er zufällig im winterlichen Prater eine Art Mafia-Meeting abgelichtet hatte.

An dem Abend gehe es aber natürlich auch darum, Spaß zu haben. Den man mit Walzern ohne Zweifel bekommt. Die Musik wird allerdings nicht nur darauf fußen. Klar, der „Donau-Walzer“ kommt vor, kommt ziemlich am Anfang und ziemlich direkt umgesetzt. Ansonsten haben ja auch Prokofjew und Schönberg Walzer geschrieben – solche, die man erst einmal gar nicht erkennt.

Und da es um Wien überhaupt geht, ist auch andere Musik einbezogen. Nicht die typische, traditionelle Heurigen- und Schrammelmusik, Mozart ist gesetzt, Strauss mit dem „Radetzky-Marsch“.

Und eröffnet wird der Abend mit einem Klavierstück von Nietzsche, dem Nietzsche, der den Übermenschen beschwor, aber im Wiener nie gefunden hätte. Auch nicht im Ostbahn-Kurti, der Kunstgestalt, die hier im wohligen Weaner Dialekt die gruseligen Erlebnisse auf dem Jahrmarkt besingt. Auch das Anlass für schönen Tanz.

Premiere: 18. Mai ab 19.30 Uhr im Opernhaus.

Von Henning Queren

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