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Kultur „Henrico Leone“ in Herrenhausen
Nachrichten Kultur „Henrico Leone“ in Herrenhausen
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16:33 14.06.2019
Dankbarkeit: Dirigent Lajos Rovatkay (mit Blumenstrauß) freut sich zusammen mit dem Ensemble über die gelungene Aufführung von „Henrico Leone“ in der Herrenhäuser Galerie. Quelle: Foto: Queren
Hannover

In Menschenaltern gemessen ist das schon eine gewaltige Zahl: „300 + 30“ heißt das Projekt um die Festoper „Henrico Leone“, das in der Herrenhäuser Galerie glanzvoll über die Bühne ging. 300 steht dabei für das Alter der zaubervollen Agostino-Steffani-Oper, 30 für die vergangenen Jahre nach der legendären Wiederentdeckungs-Aufführung in der hannoverschen Staatsoper.

Und so war es auch ein kleines Veteranentreffen, viele, die jetzt auf der Bühne standen, waren auch schon 1989 dabei. Allen voran Dirigent und Steffani-Spezialist Lajos Rovatkay, der an Pult und Cembalo zeigt, dass dieses besondere Stück europäischer Musikgeschichte auch auf lange Sicht frisch geblieben ist.

Was auch an der Oper liegt – mit ihren märchenhaften Wendungen und einer barocken Musik, die so wunderbar deutschen und französischen Stil zu mischen versteht – mit enormem musikalischen Erfindungsreichtum, einer beispielgebenden vielfarbigen Instrumentation und teils atemberaubenden Arien.

Für die an diesem besondern Abend die passenden Sänger engagiert sind, allen voran der britische Countertenor David Allsopp, der über bemerkenswerte Stimmkraft und den nötigen Schmelz auch in den Duetten mit den weiblichen Stimmen verfügt. Und über Tragfähigkeit, wenn er passagenweise hoch oben vom Balkon der Galerie singt.

Die Hannoversche Hofkappelle, die vor 30 Jahren noch naheliegenderweise Capella Agostino Steffani hieß, hat sich bemerkenswert gehalten. Damals war die historisch informierte Spielpraxis noch revolutionär, heute gängig. Dass jüngere Barockensembles mittlerweile wilder sind, liegt in der Natur der Sache.

Damals wie heute gut dabei auch Theater-Urgestein Willi Schlüter als eine Art lebender Übertext-Anlage – er gibt in knuffigem Althochdeutsch die knappen Inhaltsangaben zwischen den Texten. Was sich angesichts der etwas unübersichtlichen Handlung um Heinrich den Löwen doch als nötig erweist. Am Ende Riesenapplaus für eine barocke Sternstunde in passendem Ambiente.

Heute noch einmal ab 19.30 Uhr. Restkarten an der Abendkasse: zwölf bis 42 Euro.

Von Henning Queren

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