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Kultur Helmut Lotti im Aegi-Theater
Nachrichten Kultur Helmut Lotti im Aegi-Theater
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14:42 19.02.2019
Ganz in Blau: Helmut Lotti ist wieder frisch frisiert und trägt gut sitzende Anzüge. Die Show setzt den Sänger ins rechte Licht. Die Fans sind begeistert.
Ganz in Blau: Helmut Lotti ist wieder frisch frisiert und trägt gut sitzende Anzüge. Die Show setzt den Sänger ins rechte Licht. Die Fans sind begeistert. Quelle: Behrens
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Hannover

Mit seinem neuen Album verspricht er beste Unterhaltung, und die Gewichtung liegt dabei auf „Soul“ – Helmut Lotti und sein 21-köpfiges Golden Symphonic Orchestra unter der Leitung von Wim Bohets, ist auf seiner Comeback-Tour in Hannover angekommen.

Lotti trägt einen stahlblauer Anzug, beherrscht den Hüftschwung und die Schluchzer der Crooner. Mit Ausfallschritten und auf einem Knie gestützt, markiert er gerne den „King“ am Bühnenrand, „Bring your sweet loving“ seufzt er dabei. Das Kehlige, Heisere und Selige im Soulgesang beherrscht er, so wie bei „Wonderful World“, dem Welthit von Sam Cooke.

Die gut 900 Zuschauer im Theater am Aegi hat er von Anbeginn an in seiner Hand. Er fällt ins Falsett, singt hoch und frei, und ist ein wirklich angenehmer Zeitgenosse. Lionel Richie ist sein Vorbild, „Easy“, seinen Hit mit den Commodores, spielen sie so, wie es Burt Bacharach arrangiert hätte, flockig und locker, California Dreaming. Lotti ist im Erzählmodus,

„Die Soul-Chöre kommen aus dem Gospel“, weiß er, und mit Etta James‘ „I’d rather go blind“ hat er sich keinen leichten Titel für einen Europäer ausgewählt. Lotti kann nicht wie ein schwarzer Künstler singen, gesteht er den Zuhörern, und das will er auch nicht, für ihn ist Musik immer in Bewegung und in Veränderung, und so traut er sich gar an „Purple Rain“ von Prince heran.

Die Fans beklatschen seinen Mut, aber auch die Ausführung. Sein Programm pendelt zwischen Romantik und Pop, der 49-jährige aus der Nähe von Gent ist charmant und witzig.

Er sagt selbst über sich, er sieht aus wie Wladimir Putin, deswegen ist in seinem Glas auch Wodka. Lotti ist bereits zum dritten Mal verheiratet, und auch das nimmt er mit Humor. Mit seiner neuen Partnerin schreibt er Lieder zusammen, jetzt singt er eines davon. „A beautiful Life“ hält vielleicht nicht unbedingt mit den Klassikern mit, ist aber auch mehr als ein Lückenfüller.

Mit einem Rock-’n’-Roll- und Twist-Medley geht es in die Pause hinein, im Frack und mit einem besonders anspruchsvollem Musikstück kehrt er zurück – „Bohemian Rhapsody“, ist ein Schwergewicht von Queen. Freddies Gesang bekommt er gestemmt, sogar den berühmten a-Cappella-Mittelteil singt er einwandfrei, zusammen mit seinem kleinen Chor.

Bei den Klassik-Songs glänzt seine Stimme noch mehr. „Bésame Mucho“ jubelt er gleich im Sitzen und am Bühnenrand, bei „Pata Pata“ von Miriam Makeba schlendert er sogar weiter ins Parkett hinein. „You’ve lost that lovin’ Feelin’“ wird zum Sänger-Duell mit seinem Chor, bei „Proud Mary“ gewinnt der Abend an Geschwindigkeit.

Helmut Lotti kommt außerordentlich gut an, die Fans stehen immer wieder auf und klatschen Beifall. Nach „Hava Nagilah“ und einem Elvis-Medley, bei dem Helmut erstaunlich dicht am Original ist, singt er zur Zugabe das unvermeidliche „Nessun Dorma“ von Puccini. Ein passender Abschluss.

Von Kai Schiering

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