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Kultur Hayahisa Tomiyasu bei Scope
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16:44 03.05.2019
Ausdauernd: Der japanische Fotograf Hayahisa Tomiyasu stellt bei feinkunst aus. Quelle: Foto: Queren
Hannover

Fünf Jahre lang immer auf die gleich Tischtennisplatte gucken, zur Tages- und Nachtzeit, im Sommer wie im Winter – und daraus ein einmaliges Werk schaffen, das ist dem japanischen Fotografen Hayahisa Tomiyasu (36) gelungen.

Drama und Liebe, Schönheit und Brutalität, Party und Trauer – halt das Leben, wie es ist – ist an dieser Tischtennisplatte zu finden, die der junge Fotograf während seines Studiums in Leipzig im Blick und vor dem Objektiv seiner Kamera aus dem Fenster des Studentenwohnheims hatte.

48 von diesen erstaunlichen Bildern zeigt bis zum 5. Juli die Galerie Scope in den Räume von „feinkunst e.V.“.

Tausende von Fotos sind dabei entstanden, ohne großen technischen Aufwand. Wenn er Zeit hatte, hat Hayahisa Tomiyasu sein Stativ aufgebaut und den fest umrissenen Ort beobachtet, der jeweils für einen Moment, eine Stunde, einen Tag für ganz verschiedene Menschen zur Welt wurde.

Das Faszinierende an den Fotos ist ihre Fähigkeit, den Betrachter zu binden. Man fängt unwillkürlich an, sich selber eine Geschichte vorzustellen – dieses Ehepaar muss Streit gehabt haben, jeder Partner sitzt schweigend auf dem anderen Feld, getrennt durch das metallene Netz.

Oder diese Hinrichtungsszene, die drei Jungs simulieren. Einer kniet mit gesenktem Kopf auf der Platte, ein anderer zielt mit einer Spielzeugpistole auf seinen Hinterkopf.

So eine banale Tischtennisplatte geht auch als Partyzentrum durch, wenn einfach nebenan ein Zelt aufgespannt wird. Sie ist Fitness-Gerät oder Hundesalon, Gebetsort und Waschküche, Psychocouch und, nun ja, Toilette.

Die Fotos selbst sind schlicht, das Werk mit dem Titel „TTP“ an sich existiert als digitales Konvolut aus exakt 110 ausgewählten Aufnahmen, die Präsentation wird dem jeweiligen Ausstellungsort angepasst. So können es durchaus auch mal einfache Ausdrucke sein, die eine Serie in Augenhöhe ergeben.

Ein wenig magisch war der Beginn dieser Reihe. Zuerst hatte der Fotograf einen Fuchs entdeckt und ihn dabei verfolgt, wie er die Tischtennisplatte erkundete. Auch die Fotos von dem nächtlichen Tier sind zu sehen. Der Fuchs ist danach nie wieder aufgetaucht.

Scope Galerie c/o feinkunst, Roscherstraße 5.

Von Henning Queren

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