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Kultur Hans Zimmer im Aegi-Theater
Nachrichten Kultur Hans Zimmer im Aegi-Theater
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15:42 22.04.2019
Gross besetzt: Hier muss die Animation helfen, wenn das Sinfonieorchester die epische Filmmusik von Hans Zimmer spielt.
Gross besetzt: Hier muss die Animation helfen, wenn das Sinfonieorchester die epische Filmmusik von Hans Zimmer spielt. Quelle: Foto: Frankenberg
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Hannover

Braucht gute Filmmusik unbedingt visuelle Unterstützung, oder kann sie auch alleine? Das ist die zentrale Frage bei „The Music of Hans Zimmer and Others“, eine Show, die die Kompositionen des wohl größten deutschen Hollywoodstars für sich sprechen lässt.

Schließlich sind die Rechte am Filmmaterial, anders als bei der „offiziellen“ Zimmer-Show „The World of Hans Zimmer“ nicht gesichert – und so sehen die 800 Zuschauer im Aegi eine krude Piratenflaggen-Animation auf der Leinwand, wenn das „Fluch der Karibik“-Motiv ertönt.

Evelyn Fischer vertritt den erkrankten Uwe Ochsenknecht als Moderatorin, wortreich führt sie durch den Abend, lässt das Orchester aber auch lange Medleys spielen.

Hier ist die Show sorgfältig: Tief in Zimmers Katalog wird gekramt, „A World Apart“, ein Apartheid-Drama, kommt sonst wohl nicht in vielen Zimmer-Rückschauen vor, „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ wird mit „Sherlock Holmes“ und „Madagascar“ in ein Medley gesteckt.

Das staatliche Sinfonieorchester Weißrusslands (Leitung: Yuri Karavaev) spielt einwandfrei; auch wenn es auf der kompakten Bühne wenig Platz hat, ist der Sound der oft tragenden Epik Zimmers Stücke angemessen.

Das gibt schon bei „Interstellar“ (mit Weltraumorgel) und „Inception“ sehr lauten Beifall, obwohl die Videos im Hintergrund immer belangloser werden und sogar störend ruckeln und rückwärtslaufen. Da hilft nur Augen schließen, wenn man in Zimmers Welten eintauchen will – die oft komplizierten Arrangements meistern Orchester und Klang ohne Probleme.

Auch die Solosänger überzeugen bei „Gladiator“ und „Der König der Löwen“, in dessen Soundtrack Zimmer politische Texte bastelte und Disney erzählte, dass statt Apartheid nur über Schmetterlinge gesungen würde.

Auch Filme wie „Pearl Harbor“, „12 Years A Slave“ und zuletzt „Dunkirk“ haben zu unserer Geschichtsvorstellung beigetragen, mit Zimmers Soundtracks, die stets eine große Packung Emotionen transportieren. „Man kann nicht alles spielen“ sagt Fischer am Ende, das wäre der Epik dann vielleicht auch wirklich etwas zu viel.

Von Lilean Buhl

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