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Kultur Schillers Lichtshow in der Swiss-Life-Hall
Nachrichten Kultur Schillers Lichtshow in der Swiss-Life-Hall
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23:36 15.05.2019
Fulminant: Christopher von Deylen alias Schiller bietet dem Publikum eine aufwendige Lichtshow. Quelle: Heusel
Hannover

Christopher von Deylen hat eigentlich einen ziemlich guten Namen. Trotzdem hat er sich für sein Musikprojekt ein berühmtes Pseudonym geliehen: Schiller. Die Verwechslungsgefahr ist immerhin gering – der alte Dichterfürst geht bekanntlich schon eine ganze Weile nicht mehr auf Tournee. Schiller, der Musiker, hingegen ist in diesem Jahr auf großer Jubiläumsreise durch die Republik, so auch nach Hannover.

20 Jahre Schiller sollen gefeiert werden, obwohl die erste Single, „Das Glockenspiel“, sogar schon aus dem Jahr 1998 stammt. Egal, „Es werde Licht“ lautet das Motto des Abends, zu dem 2000 Menschen in die Swiss-Life-Hall gekommen sind. Die ersten Strahler zeigen gleichmal den Künstler selbst, was beim nicht mehr ganz jungen, insgesamt etwas gebremst wirkenden Publikum aber keine Reaktion hervorruft, bevor Lichtblitze und wilder Schlagzeugdonner die Halle erfüllen.

Im Mittelpunkt thront Schlagzeuger Gary Wallis, der schon für Pink Floyd getrommelt hat und auch bei Schillers erster Tournee dabei war. Daneben der Meister selbst in einer Keyboardburg, die angesichts heutiger Möglichkeiten virtueller Klangerzeuger fast schon ein bombastisches Statement für sich ist. Passend zur Musik, die den meisten Eindruck hinterlassen kann, wenn sich die Musiker zu einer wahren Klangwand aufschaukeln.

Was sie zum Glück häufiger tun, denn das Fehlen von Videoanimationen lenkt die Aufmerksamkeit zwangsläufig auf die Musiker – und die Musik selbst. Die ist eher track- als songorientiert, es geht also vermehrt um den Klang, um den Aufbau von Atmosphäre. Live klingen viele Titel etwas druckvoller als auf den Alben, auch wenn die Bombast-Drums sich etwas zu häufig an der eigenen Macht berauschen und der Quadrofonie-Effekt so häufig vorgeführt wird, dass es fast schon leicht albern wirkt.

Christopher von Deylen alias Schiller spielt vor 2000 Menschen in der Swiss-Life-Hall.

Für seinen Live-Sound wurde Schiller bereits vor Jahren ausgezeichnet. Der ist also über jeden Zweifel erhaben, sogar in der ehemaligen Stadionsporthalle. Die gefällige Musik mit ihrem repetitiven Chill-Out-Charakter kann aber auch schon mal etwas langweilig werden, gelegentlich erinnern die vor sich hin pluckernden Klänge eher an die Untermalung einer Naturdoku oder die „Space Night“ im Programm von Bayern 3. Vermutlich aber gerade richtig für Menschen, die gerne Vokabeln wie „Kopfkino“ verwenden.

Höhepunkte sind ein Beinah-Bass-Solo von Doug Wimbish und der Gastauftritt der iranischen Musikerin Yalda Abbasi, die auch auf dem aktuellen Album „Morgenstund“ zu hören ist: als Sängerin und an der Dotar, einer persischen Laute, mit der sie auch beim Konzert das Stück „Das Goldene Tor“ veredelt. Nach zwei Stunden mit Hits wie „Polarstern“, „Schiller“, „Once Upon a Time“ und „Velvet Aeroplane“ entlässt Schiller die Zuschauer mit einem Trommelgewitter in die Nacht.

Von Matthias Wieland

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