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Kultur Fährmann Ahoi in Hannover
Nachrichten Kultur Fährmann Ahoi in Hannover
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00:20 08.08.2018
Herzlich willkommen: Olli Schmidt ist das Mensch gewordene Maskottchen des Fährmannsfests. Quelle: Fotos: Wilde (3), Villegas
Hannover

Am Stand der Partei „Die PARTEI“ gibt es ein kleines böses Kinderparadies, das „Detention Småland“. Hier können die lieben Kleinen – wie ihre Altersgenossen in ärmeren Ländern – Cobalt schürfen und in einem Verhau nicht Fische, sondern Flüchtlinge fangen. Es darf eben auch gerne mal etwas abseitiger sein auf dem Fährmannsfest, das noch Samstag und Sonntag am malerischen Ufer des Zusammenfluss von Leine und Ihme stattfand.

Das „Woodstock an der Leine ist links, politisch, alternativ. Das zeigt sich nicht nur an den Ständen der entsprechenden Parteien auf der Faustwiesen-Seite. Das zeigt sich auch an der Programmgestaltung. Da eröffnet traditionell die inklusive Band Die Eisbrecher das Programm der Kulturbühne, werden schlimme Songtexte mit lyrischem Pathos vorgetragen (und mit ebenso schlimmen Schnäpsen belohnt), locken selbst gebautes Holzkarussell und Märchenerzählern den Nachwuchs.

Tausende feiern drei Tage lang Politik, Punk und Pop.

Den am Samstag nicht gerade zahlreich erschienenen Nachwuchs. Das Fährmannsfest – und insbesondere das Kinderfest – gehört in diesem Jahr das Fährmannsfest zu den Veranstaltungen, die unter der Hitze zu leiden haben. 2017 waren knapp 20 000 Menschen da. Mit 15 000 hatten die Veranstalter in diesem Jahr gerechnet. Es werden nur 13 500 an den drei Tagen.

Zu wenig Feuchtigkeit für den Fährmann. Den es in 2018 leibhaftig gibt: Olli Schmidt, Marinevergangenheit mit 46 669,9 Seemeilen, begrüßt als Mensch gewordenes Maskottchen die Besucher.

Wer am Samstag bei mehr als 30 Grad im Schatten schon am frühen Nachmittag zur Musikbühne kommt, tut es aus Liebe. Auf der Bühne steht die famose Bigband der Lindener Helene-Lange-Schule und spielt fein arrangierte Klassiker wie „Lady Madonna“. Das Publikum besteht fast nur aus dazugehörigen Eltern. Erst gegen Abend füllt es sich zusehends. Gerade beim feinen Postpunk der Bands Alex Mofa Gang und Montreal kommt wirklich Festivalstimmung auf. Die sich beim Headliner Fehlfarben bei einigen wieder verflüchtigt – gar zu historisch die Aufführungspraxis vor allem des klassischen Albums „Monarchie und Alltag“.

Am eintrittsfreien – und hitzefreien – Sonntag sieht es ein wenig besser aus. Die Temperaturen sind moderater, die Wiesen voller. Musikalisch geht es am letzten Fährmannsfest-Tag immer ein wenig melodischer zu. Da gibt es Indiepop von den Hannoveranern Joan Randall und von Antiheld aus Stuttgart, Skapunk von Tequile & the Sunrise Gang und munteren HipHop von Zugezogen Maskulin.

Fast ein Happy End. Hannovers buntes Volk hat sich wieder gefeiert und gestärkt, auch moralisch. Und beim Poetry Slam am Samstag vielleicht sogar etwas gelernt, zum Beispiel bei den erweiterten zehn Geboten von Lokalmatador Tobi Kunze. Auszug: „19: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – außer du hasst dich. 20: Wenn du dich hasst, hol’ dir Hilfe. 21: Wähle niemals – niemals! – die AfD.“

Von Stefan Gohlisch

Nach dem neuen Album wird Bosse auch auf Tour gehen und spielt im März in der Swiss-Life-Hall in Hannover.

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