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16:47 25.01.2019
Wiedererkennbar: Die Figur von Eva Kot’átková heißt „Theatre for 6 hands, for a hand which is dangerous to its self“ – zu sehen ab 7. Dezember.
Wiedererkennbar: Die Figur von Eva Kot’átková heißt „Theatre for 6 hands, for a hand which is dangerous to its self“ – zu sehen ab 7. Dezember. Quelle: Kestnergesellschaft
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Hannover

Die Kestnergesellschaft wird noch einmal in die Schule gehen, in eine Schule, die Geschichte geschrieben hat. Die Ausstellung mit dem noch vorläufigen Titel „Cal Arts (Califonia Institute of the Arts)“ dürfte das Highlight des Ausstellungsjahres in der Goseriede werden.

Die Kunstschule war in den 60er-Jahren von Walt Disney initiiert worden (im Anschluss an die „Mary Poppins“-Premiere) und wurde durch bekannte Lehrer (wie John Baldessari) und ebensolche Schüler (wie Tony Oursler) geprägt. „Wir wollen erkunden, was diese Schule so erfolgreich gemacht hat“, so Kestnerdirektorin Christina Végh über eine Institution, die mit ihrer Vereinigung von Theater, Musik, Bildender Kunst und Animation bahnbrechend war. Hier entstanden Konzeptkunst und Fluxus und wurde der Feminismus erstmals wirkungsmächtig. Die Ausstellung (30. Au­gust bis 10. November) wird vom Kunsthaus Graz übernommen und geht 2021 nach Los Angeles.

Ihr Ausstellungsjahr be­ginnt die Kestnergesellschaft recht punkig mit einer umfassenden Werkschau des Malers und Braunschweiger Hochschulprofessors Walter Dahn. Der Beuys-Schüler war in den 80ern eine der zentralen Figuren der „Neuen Wilden“, er schuf Hommagen an Elvis und kräftige Bilder mit bemerkenswerten Titeln wie „Ein Mann mit einer langen Nase repariert die Karawane“. Bad Painting würde man heute sagen zu dieser Malerei, die gern harte Musik als Stimulanz einsetzte. In späteren Jahren wurde Dahm altmeisterlicher: „As Life Travels on“, so der Ausstellungstitel, läuft vom 2. März bis 28. April.

Das große Bauhaus-Jubiläum läuft, der Beitrag der Kestnergesellschaft ist die Schau von Goshka Macuga (24. Mai bis 4. August), eine Polin, die in London lebt und arbeitet. Sie wird sich in einer Hommage dem legendären „Kabinett der Abstrakten“ (steht im Sprengel Museum) widmen und neben einer zeitgenössischen Neuinterpretation die Verbindungen der Kestnergesellschaft zum Bauhaus beleuchten. Sie ist schon in die Archive in der Goseriede eingestiegen.

Wie sich Machtverhältnisse auf die menschliche Psyche und den Körper auswirken, erkundet die tschechische Bildhauerin Eva Kot’átková (7. Dezember bis 9. Februar): Bekannt (und auch schon im New Yorker MoMA ausgestellt) wurde sie durch ihre beklemmenden Skulpturen aus Stahl und unförmigen Kleidungstücken. Im Ausstellungsdoppel mit ihr zeigt der Ägypter Hassan Khan multimediale Installationen.

Drei-Gänge-Kunst und Katerfrühstück

Nur wenn man ein guter Gastgeber ist, kommen die Gäste auch wieder. Das will die Kestnergesellschaft mit zwei neuen Veranstaltungsreihen beweisen: Die „Drei-Gänge-Kunst“ verbindet Kulinarisches mit einer Führung zur jeweils aktuellen Ausstellung (nächster Termin: 21. März). „Die blaue Stunde“ bietet an Donnerstagen lockere Atmosphäre bei Sekt und Kunst und mit der Chance, neue Leute kennenzulernen (ab 4. April ab 18.30 Uhr).

Wer auf dem Opernball war, hat auch die Chance auf Kunst und ein Katerfrühstück: Beides gibt es mit Opernballkarte kostenfrei am 3. März ab 11 Uhr.

Im Zentrum stehen allerdings die traditionellen Führungen für die erwarteten 20 000 Besucher (so viele waren es 2018) und die Angebote für den kunstsinnigen Nachwuchs in Reihen für die „Kestnerkids“ oder die „Kestnerminis“ (Eltern und Nachwuchs bis 18 Monate).

Podiumsdiskussionen: Am 31. Januar geht es in „Total global?“ um den Versuch eines Perspektivwechsels mit einer Kritik an einer westlich orientierten Kunstgeschichtsschreibung. Doris Schröder ist am 19. März bei einem Gespräch zu Inklusion und Vielfalt da­bei; sie spricht mit Politikwissenschaftlerin Leila Haghighat und Sozialarbeiterin Petra Bleichwehl über die Chancen integrativer Projekte.

Von Henning Queren

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