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Kultur Axel Prahl im Pavillon
Nachrichten Kultur Axel Prahl im Pavillon
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15:13 17.02.2019
Gut an der Gitarre: Axel Prahl und das Inselorchester spielen im  Pavillon.
Gut an der Gitarre: Axel Prahl und das Inselorchester spielen im Pavillon. Quelle: Frankenberg
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Hannover

Axel Prahl stürmt die Bühne, lüftet seinen Hut zum Gruße und dirigiert sogleich übermütig sein Inselorchester. So sieht Frohsinn aus – die Zuschauer im ausverkauften Pavillon jubeln, ja er ist es, Prahl, der Star aus dem Münsteraner Tatort.

„Heute versauf’ ich die Heuer!“ tönt er in seinem ersten Titel, es ist ein vergnüglicher Auftakt, der mehr verspricht. „Mehr“ heißt auch sein aktuelles Album, und „h“ hin oder her, es geht um das Meer, um die, die auf den Wellenkämmen segeln, arbeiten oder auch um ihr Leben bangen. Prahl hat seine Lieder selbst geschrieben und mit seinen exzellenten Musikern, neun an der Zahl, darunter vier Streicher, hat er mehr als eine handbreit Wasser unterm Kiel.

Prahl kann schnoddrig und frech, ist dabei immer unterhaltsam. So präferiert Prahl jeweils das Bier aus der Region, erzählt er. Im Pavillon ist es eines aus dem Norden Hannovers, nur in Würzburg sollte man lieber „beim Wein bleiben“.

Prahl trägt seine Lieder mit einer rauen Stimme vor, seine Texte besitzen St.-Pauli-Dramatik und einen Schuss „Rum-antik“. Er ist ein Schnellsänger mit Stimme. Beim Rüttelreim „Eine kleine Welle“ kommt er nicht einmal ins Schleudern, das macht richtig Spaß beim Zuhören und Mitdenken.

Prahl grimassiert am Bühnenrand, tanzt. Seine Songs sind stets Personen gewidmet, in „Für ein Amt“ sind das die Beamten, „Das ist meine Frau“ ist jedoch ein intimes und stolzes Liebeslied für seine Partnerin und ein flotter Funk. Das Inselorchester dirigiert er gern und nach der Pause mit einer Zigarette: „Mein illuminierter Taktstock!“. Prahl stirbt den Bühnentod, stürzt am Ende von „Da brennt ein Boot auf hoher See!“ auf die Bretter, sein Hang zum Meer ist hochprozentig, er schont sich nicht. Prahl erhält stehende Ovationen, der Kleinste auf der Bühne – ist heute der Größte.

Von Kai Schiering

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