Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Australian Pink Floyd Show in der Swiss Life Hall
Nachrichten Kultur Australian Pink Floyd Show in der Swiss Life Hall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:27 03.03.2019
Starke Bilder: The Australian Pink Floyd Show überzeugt auch mit einer guten Show in der Swiss Life Hall. Quelle: Villegas
Hannover

Als sich The Australian Pink Floyd 1988 gründeten, stand das Original aus London schon vor großen Problemen. Man war in Namensstreitigkeiten verwickelt und sah sich vor Gericht. Roger Waters versus Gilmour, Wright und Mason, die Supergroup implodierte.

Doch die Nachfrage nach ihren progressiven Klassikern blieb hoch, und so stießen die Australier in die Lücke, die die Rock-Dinosaurier hinterließen. 31 Jahre später ist „All that you love“ nun schon die zwölfte Produktion der Tribute Band.

Und auch bei dem zehn-köpfigen Prog-Rock-Orchester aus Down Under hat sich glücklicherweise etwas getan. Ihre Lightshow ist moderner geworden, die Animationen sind auf dem neuesten Stand, das veraltete 90er-Jahre-Design wurde entsorgt.

Und auch auf der Bühne präsentiert man sich heute offener. Die Musiker um Sänger Chris Barnes, Bassist Ricky Howard, Gitarrist Steve Mac und Keyboarder Jason Sawford sind zugänglicher geworden, verstecken sich nicht mehr hinter Nebel und Akkorden.

Man setzt auf Detailverliebtheit und auf unbekanntere Song-Perlen des Pink-Floyd-Katalogs. 2500 Zuschauer sind in die Swiss Life Hall gekommen, die Sporthalle ist bestuhlt, gute Vorraussetzungen um das Œuvre der Psychedelic-Rocker zu genießen.

Nach dem Einstieg „Obscured by Clouds“ von 1972 ist es das Konzeptalbum „The Wall“ mit dem Über-Hit „Another Brick in the Wall Part 1 & 2“, das die meisten mit Pink Floyd in Verbindung bringen. Da verstört der cholerische Lehrer mit Schlagstock und als acht Meter große Puppe, während die Rotorblätter eines Hubschraubers durch die Boxen knattern und die Verfolger die Menge blenden.

Weniger Kaninchen-Videos (das Maskottchen der Australier), dafür mehr Animationen und Laser-Lights, bei „Welcome to the Machine“ und „Wish you were here“ kann man sich so besser auf die Musik konzentrieren. Der „Sängerinnen-Wettstreit“ des dreistimmigen Chors bei „The Great Gig in the Sky“ sorgt für Szenenbeifall – mit Lorelei McBroom ist eine Musikerin aus der Pink-Floyd-Zeit vertreten, die schon damals das Gesangssolo beisteuerte.

Auch The Australian Pink Floyd kommen nicht ohne zeitgemäße Politikkritik aus. Auf der Leinwand erscheinen Populisten und Autokraten, Guy Fawkes’ Anonymous-Maske wird eingeblendet, zu „Brain Damage“ tanzt Donald Trump mit den Saudis, Theresa May und Nigel Farage grinsen um die Wette. Verschwörungs-Ideen mit „Augenpyramide“ und „Pig Brother is watching you“; Original-Songschreiber Waters hatte sich zum Teil krude Themen als Basis seiner Geschichten gewählt.

Elegisch wird es dann bei „Cymbaline“, traurig wie immer bei „Shine on you crazy Diamond“, denn dieser Song ist dem verstorbenen Syd Barrett gewidmet. Mit einem aufgeblasenem Känguru und der notorischen Schweine-Puppe gibt es als Zugabe „Comfortably Numb“ – da hält es die Fans nicht mehr auf ihren Plätzen.

Von Kai Schiering

„Mut“ ist das Thema der nächsten Niedersächsischen Musiktage, die vom Musikmanager und Orchestermusiker Anselm Cybinski geleitet werden. Er setzt auf hohe Qualität.

28.02.2019
Kultur Viele Hits und Soundprobleme - Webber-Gala im Aegi-Theater

Seine Musicals sind unsterblich: Starsängerin Deborah Sasson hatte ein „Andrew-Lloyd-Webber Musical Gala“ zusammengestellt – mit den größten Hits von „Cats“ bis „Evita“.

28.02.2019
Kultur Vertrag bis 2023 bei der Radiophilharmonie - Andrew Manze geht in die Verlängerung

Verlängerung, große Pläne und eine erfrischende neue CD: Andrew Manze hat bis 2023 unterschrieben, will mit der Radiophilharmonie Bruckner und Mahler machen und hat Mozarts „Jupiter“ eingespielt.

22.02.2019