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Kultur Überraschende Brüche beim Sinfoniekonzert in der Oper
Nachrichten Kultur Überraschende Brüche beim Sinfoniekonzert in der Oper
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14:23 25.02.2019
Der Maestro: Ivan Repušić vor dem Opernhaus. Quelle: Irving Villegas (Archiv)
Hannover

Komponisten aus dem östlichen Teil Europas, aber gewiss kein Abend der reinen Folklore – beim 4. Saisonkonzert des Niedersächsischen Staatsorchesters kamen unterschiedliche Einflüsse zum Tragen.

Teils auch schädliche: Dmitri Schostakowitsch hatte ja stets Stalins Argwohn im Auge zu behalten. Seine Ballettsuite Nr. 1 ist kaum sonderlich experimentell, allerdings auch nicht so brav, wie das Programmheft der Oper es nahelegt: Da gibt es schon den einen oder anderen überraschenden Bruch, vorausgesetzt, man arbeitet ihn so pointiert heraus wie Ivan Repušić auf dem Pult.

Und der Generalmusikdirektor zeigte im voll besetzten Opernhaus eine weitere Spezialität, nämlich die Gestaltung der Schlussabschnitte: Bei Bedarf wird ein Knalleffekt gern genommen, er muss aber nicht sein – und dann endet das Stück ganz organisch voll im Fluss.

Boris Brovtsyn setzte als Solist bei Sergei Prokofjews 2. Violinkonzert eigene Akzente, zeigte sich angriffslustig in den Ecksätzen und lyrisch im Andante. Das Orchester musste da schon auf den Hut sein, doch wurde die Sache gerade dadurch in gutem Sinne spannend.

Ulkig geriet die Applausordnung: Von Repušić mehrfach mit sanfter Gewalt an den Bühnenrand geführt, hievte Brovtsyn nach der (etwas zu forciert vorgetragenen) Bach-Zugabe seinerseits Konzertmeister Ion Tanase aus dem Sitz.

Ebenso wie Prokofjew hatte auch Béla Bartók Exilerfahrungen, die natürlich Spuren hinterlassen haben. In den USA komponierte er das „Konzert für Orchester“, ein äußerst facettenreiches Werk und somit ein gefundenes Fressen für Repušić, der stets die Balance hielt und Zuspitzungen nie mit Übersteigerungen verwechselte. Eine streckenweise betörend stimmige Interpretation durch ein homogenes Orchester, in dem die Holzbläser, nicht zum ersten Mal in jüngerer Vergangenheit, einen besonders guten Tag erwischt hatten.

Von Jörg Worat

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