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Kultur US-Tänzerin Nicole Caruana siegt in Hannover
Nachrichten Kultur US-Tänzerin Nicole Caruana siegt in Hannover
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17:48 19.06.2017
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Hannover

Das war einfach überwältigend, rauf auf die Tanzfläche, 20 Jahre alt sein und es allen zeigen. Pure Energie: Mit ihrem nur sieben Minuten dauernden Stück „Arba“ siegte die New Yorker Tänzerin Nicole Caruana bravourös beim 31. Internationalen Choreografen-Wettbewerb – der wieder Tänzer aus der ganzen Welt für zwei Tage nach Hannover ins Theater am Aegi gezogen hat.

Die Amerikanerin überzeugte auch gleichzeitig Ed Wubbe, den Chef des Rotterdamer Scarpino-Balletts, die sie sofort zu einer professionellen Produktion einlud. Der Choreografen-Jahrgang 2017 war ansonsten mittelprächtig, wie beim Wein kann es auch nicht immer Spitzenergebnisse geben. Die Bandbreite von Themen, Tönen und Stilen war jedenfalls wieder groß. Zement wurde vertanzt, Kosmisches, griechische Götterlegenden und ganz viele Beziehungsdramen. Das war diesmal auffällig, viele Paare standen in Personalunion als Tänzer und Choreografen gemeinsam auf der Bühne.

Dass Paartanz allerdings auch Spitzenergebnisse bringen kann, bewies der Tanzmacher Mohamad Sufri Juwahir aus Singapur, der mit seinem Acht-Minuten-Stück „Decipher“ (Enträtseln) den zweiten Platz und den Publikumspreis holte und auf die pure Kraft des Rhythmus setzte. Er stellte zusammen mit einer Tänzerin ein Stück auf die Bühne, das sich auf teils rasend schnelle Taktvorgaben vollkommen einließ – ein hochpräzises Stück, angetrieben durch eine Tonspur aus indischen Trommeln, das aber auch immer wieder Ruhezonen aus traditionellem Ballett zuließ.

Das vergleichsweise klassische Stück unter den prämierten Arbeiten holte gleichzeitig den dritten Platz und den Kritikerpreis. Choreograf Hung-Chung Lai aus Taiwan hatte für zwei Tänzer und eine Tänzerin ein Trio namens „Watcher“ erarbeitet, in dem er nicht selbst mittanzte: Die Bühne war in mystisches Halbdunkel gehüllt, zu schweren Klavierakkorden bewegten sich die Tänzer in magischer Langsamkeit, die körperlichen Anforderungen waren enorm – mit immer wieder eingefügten spannenden Soli der Tänzerin.

Tanz boomt, die Vorrunden des Wettbewerbs waren gut besucht wie noch nie, das Finale fast ausverkauft – und dank charmanter Werbung hatte Hannovers Ballettgesellschaft (die den Choreografen-Wettbewerb auch dank großzügiger Sponsoren in diesem Umfang ausrichtet) nach dem Wochenende viele neue Mitglieder.

Von Henning Queren

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