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Kultur Trinklieder für Kelten-Kenner
Nachrichten Kultur Trinklieder für Kelten-Kenner
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14:14 27.11.2018
Verbreiten gute Laune: The Dublin Legends im Leibniz-Saal.
Verbreiten gute Laune: The Dublin Legends im Leibniz-Saal. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Ganz schön spritzig – die munteren The Dublin Legends mischen Hannover auf. Ein Abend mit ihnen bedeutet „A lot Songs about drinking!“, viele Trinklieder, Seán Cannon, Sänger und Gitarrist, wird daran immer wieder erinnern. Gelächter im mit 400 Zuschauern und Irish-Folk-Fans gut besuchten schönen, weißen Leibniz-Saal.

Shay Kavanagh, Paul Watchorn und Gerry O’Connor, die graumelierten Herren um Boss Cannon, animieren ihre Zuhörer zum Mitklatschen, das wird gerne angenommen. Allein schon bei „The Hills of Connemara”, einem Traditional wie die meisten Lieder in ihrem Programm, überzeugen sie als kompetentes Saiten-Orchester.

„Seven Drunken Nights“, da war doch was, ja, der Alkohol! Eine Garderobe wie die Berufsschullehrer, doch sachte – Folk-Punker wie die Pogues gäbe es nicht ohne die Dubliners und den aus ihnen hervorgegangenen Legends. Man unterschätze nie einen alten Mann im Jeanshemd! Auch der nächste Song ist: „about drinking“. Schwer, dabei nicht Durst zu bekommen.

Cannon spricht sehr gutes Deutsch, unterhält die Zuhörer prächtig mit „Facts & Fiction“. Die Fiddle seufzt, die Lieder sind kurz wie ein kleines Guinness, schlechte Laune hat hier niemand. Viel Bewegung herrscht auf der Bühne, da wird gezupft und gestrichen, das Tempo und die Schlagzahl erhöht, Cannon klopft den Takt auf der Decke seiner akustischen Gitarre.

„,The Ramblin’ Rover’ wurde von einem Schotten geschrieben“, erklärt er, „doch das macht nix.“ Nach „When the Boys come rolling Home“ und einer verpflichtenden Trinkpause geht es in das zweite Set. Cannon reißt eine Saite an seiner Gitarre, sie baumelt den Hals herunter. „Fünf Saiten sind leichter zu spielen“, kontert er gewitzt. „The Belfast Hornpipe“ und „The Flowers Of Red Hill“ sind dem verstorbenen Barney McKenna gewidmet, dem ersten Superstar des Irish-Folk und einem der Ur-Dubliners. Im Publikum sitzen Kelten-Kenner, sie klatschen und singen, schießen Fotos und filmen. Der Geiger und exzellente Banjo-Spieler Gerry O’Connor jammt ein ausgiebiges Solo, ausgezeichnet ist auch der vierstimmige Gesang der Gruppe.

„Dirty Old Town“ und „The Irish Rover“, und den angeblichen „Metallica-Song” (laut Cannon) „Whiskey In The Jar“ kennt jeder. Die unterhaltsame Show endet mit Ovationen und den Zugaben „The Wild Rover“ (in Deutschland bekannt als „An der Nordseeküste“) sowie dem notorischen „Molly Malone“. Beste irische Unterhaltung und viel Beifall von den Fans.

Von Kai Schiering