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Kultur Timo Wopp, Hüter der Moral
Nachrichten Kultur Timo Wopp, Hüter der Moral
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00:17 13.11.2017
Moralist in Nöten: Timo Wopp bei seinem Auftritt im Theater am Aegi. Quelle: Detlef Simon
Hannover

Die wichtigen Sätze betont er im Theater am Aegi noch einmal gesondert; es seien ja sonst nicht so viele. Der eine: „Recherche ist der Feind der Meinung.“ Der andere: „Glauben ist wichtiger als Wissen.“ Und beides gehört zur virtuosen Verwirrungstaktik, die der Kabarettist Timo Wopp perfektioniert hat.

Es gibt noch viele tolle Seite, zwischen Resignation und fröhlicher Menschenkenntnis, dieser zum Beispiel: „Liebe ist die kleinste Religionsgemeinschaft der Welt: weil zwei Leute glauben, dass ihre Liebe zueinander sie glücklich macht. Der Mann jongliert mit Worten so schnell, wie er, der frühere Artist des Cirque du Soleil, mit Bällen tut.

„Moral“ heißt das Programm, mit dem er auch in Hannover schon mehrfach zu Gast war (aber noch nie vor so vielen: 900 sind gekommen). Er und sein hannoverscher Regisseur Knut Gminder haben es noch einmal beschleunigt.

Neoliberaler Dummschwätzer und gebeutelter Familienvater („Meine Frau sagt: Du bist das hässliche Gesicht der Gleichberechtigung“), Entertainer ohne Prinzipien (und angeblich auf der Suche nach einem „Arischen Kabarett“) und Forentroll – das sind nur ein paar der Rollen, die er kultiviert. Daraus spricht der moralisch ach so integre Mittelschichtler, der sich seinen eigenen Ressentiments nicht zuzugestehen wagt: „Ich will doch nur der Orientierungslosigkeit in dem ein Land ein Gesicht geben: meines.“

Und wenn man erst an Stellen lacht, für die man sich zu lachen schämt, hat er einen richtig am Wickel. Und am Ende kommt die Erkenntnis: Diesem vermeintlich amoralischen Künstler geht es um etwas sehr Schönes: Glaube, Liebe, Hoffnung. Und vor allem um gesunden Menschenverstand.

Von Stefan Gohlisch

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