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Kultur Tim Fischer singt gute böse Lieder
Nachrichten Kultur Tim Fischer singt gute böse Lieder
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13:23 07.02.2019
Charmeur: Tim Fischer bei seinem Konzert im Pavillon. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Eigentlich müsste sein Programm „Die bösen alten Lieder“ heißen, sagt Tim Fischer in der Mitte der ersten Hälfte. Bis dahin hatte er schon Georg Kreislers „Der Furz“ gesungen, Hans Fritz Beckmanns frivoles „Na Sowas“ und Pigor & Eichhorns „Was willste denn in Wien“, ein Retro-Salon-Rap mit Schmäh über das Spießertum. Aber trotz ihrer Spitzzüngigkeit sind die Schlager, die der Chansonnier mit seinem Pianisten Thomas Dörschel in den Pavillon holt, stets toll anzuhören – deswegen passt „Die schönen alten Lieder“ schon ganz gut.

500 Besucher sind da und freuen sich über das stilvollste Kleinkunst-Duo, das man auf hiesigen Bühnen finden kann und das nach längerer Pause 2017 auf die Bühne zurückkehrte. In einem schwarzen Frack – und so etwas weniger extravagant als bei seinen Auftritten in der Fernsehserie „Babylon Berlin“ – ist Fischer gekleidet, sein Gesicht schmückt ein breites Grinsen, solange er nicht im Charakter singt: auf Österreichisch, in französischem Akzent, berlinernd. „Ich liebe die Interpreten mit starkem Akzent“, sagt er nach „Akne“, einem Lied über einen pickligen und doch selbstbewussten Franzosen.

Bei Rainer Werner Fassbinders „Freitag im Hotel“ räkelt er sich auf dem Flügel, der Gesang bleibt exzellent, leichthändig begleitet von Dörschel an den Tasten. Zwei Texte von Bertolt Brecht interpretiert Fischer zu großem Beifall, Kreislers „Kreuzworträtsel-Chanson“ ist ein fast surrealistisches Werk, und man wundert sich gar nicht mehr über die textliche Bandbreite der frühen Schlager, als Fischer rhythmisch und bei rotem Bühnenlicht griechische Götter herunterrattert.

Zur zweiten Hälfte erscheint er ganz in Weiß, und die Stimmung wird düsterer: Tod, Liebeskummer, Abschied – auch den großen ernsten Themen hat der Schlager bewegende Worte gewidmet. Das epische „Komm, großer schwarzer Vogel“ zwingt mit seiner stimmungsvollen Monochromie zum leisen Zuhören. Die „Capri-Fischer“ kann und soll das Publikum mitsingen. „Na geht doch“, ruft der Berlin-Fischer zögernden Zuschauern zu. Zahlreiche Zugaben folgen, und beim Abschied strahlt Fischer heller als sein Jackett. So geht Chanson.

Von Lilean Buhl

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