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Kultur Theater gegen die Mauer in den Köpfen
Nachrichten Kultur Theater gegen die Mauer in den Köpfen
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18:07 22.06.2018
Ausgelassen: Die Gruppe „Aware and fair“ zeigt im Ballhof ihr Stück „Trek“. Quelle: Marius Maasewerd
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Hannover

Die globalisierte Welt rückt näher zusammen. Doch um die Mauern in den Köpfen zu überwinden, reicht kein soziales Netzwerk und kein Langstreckenflug, dafür braucht es etwas mehr: direkte Begegnung. Die „Aware and fair, Blantyre Joint Group“ aus Hannovers Partnerstadt Blantyre (Malawi) hat im Ballhof einen weiteren Stein aus dieser Mauer gezogen.

Mit ihrem Theaterstück „Trek” traten die jungen Afrikaner beim Festival „Jugend spielt für Jugend auf. Sie zeigten Einzelschicksale, die von Ausgrenzung, Diskriminierung, Ignoranz und Missbrauch erzählen – aber auch einen Streit zwischen den Kontinenten. Waffengewalt in Amerika, Menschenhandel in Asien, Terror in Afrika, Waffenexporte aus Europa – jeder Kontinent hat essenzielle Probleme, keiner kann sie ohne die anderen lösen: „Kein Kontinent ist derselbe ohne die anderen. Trotz unserer Unterschiede muss es keine Grenzen geben“. Mit einer metaphorischen Hochzeit zwischen Afrika und Amerika wurde dieses Vorhaben besiegelt: Grenzen überwinden statt Mauern bauen. So wie diese Grenzen aufgebrochen werden sollen, so verschwammen auch die zwischen die Grenzen zwischen Bühne und Publikum beim ausgelassenen Tanz zum Abschluss.

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Damit passte „Trek“ gleich in zwei Feierlichkeiten hinein: Als Vorschlag zur Verbesserung der Welt war es ein gelungener Beitrag zum Motto der Weltverbesserung des „Jugend spielt für Jugend“-Festivals. Und mit dem gesellschaftskritischen Ansatz und dem festen Entschluss, internationale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, griffen sie den Grundgedanken der Städtefreundschaft zwischen Hannover und Blantyre auf. Diese Partnerschaft feiert dieses Jahr ihr 50. Jubiläum. Bürgermeister Wild Ndipo, der zu diesem Anlass samt Delegation angereist war, ließ sich die Aufführung der Jugendgruppe nicht entgehen: „Wir sind sehr froh, hier zu sein, und haben bisher alles genossen.“

Die Idee überdauert hoffentlich beide Feiern: Unterschiede feiern statt Mauern bauen.

Von Leonie Gebhard