Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Suzi Quatro rockt das Theater am Aegi
Nachrichten Kultur Suzi Quatro rockt das Theater am Aegi
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:20 16.05.2019
Die Wilde: Suzi Quatro bei ihrem bemerkenswerten Konzert in Hannover. Quelle: Samantha Franson
Hannover

68 Jahre ist Suzi Quatro, die „Queen Of Rock’n’Roll“, ialt und feiert bereits ihr 55-jähriges Bühnenjubiläum. Mit siebenköpfiger Band, Klassikern und neuen Songs versprüht die US-Amerikanerin auf ihrer „It’s only Rock ’n’ Roll“-Tour hochdosiertes 70er-Jahre-Feeling im Theater am Aegi.

Im strassverzierten Jeans-Outfit betritt die 1,52 Meter kleine Rocklady aus Detroit mit ihrem gefühlt gleichgroßen Bass die Bühne. „I’m the wild one“, singt sie als Opener. Und ja, Suzi Quatro verkörpert immer noch die wilde und freche Rockröhre. Ihr im März erschienenes Album „No Control“ hat sie selbst produziert und größtenteils mit ihrem Sohn geschrieben. Ein paar Stücke davon stellt sie stolz ihrem Publikum vor und weist besonders auf die ihr am Herzen liegenden Songtexte hin. Musikalisch trifft hier dreckiger Garage und Blues Rock auf Country, Funk und – man mag es kaum glauben, Reggae. Dieser Versuch klingt ungewohnt weichgespült.

Ihr Ding bleibt dieser freche Rock’n’Roll mit dem ganz besonderen Sound. Den bekommen ihre Fans umfangreich serviert. Jeder Hit ist dabei: neben „48 Crash”, „Devil Gate Drive“, „Glycerine Queen“ und „Can The Can“ finden auch ihre ruhigen Klassiker „If You Can’t Give Me Love“ und „Stumblin’ In“ den Weg auf die Setlist. Neil Youngs „Rockin’ In A Free World“ wird herzergreifend gecovert und frenetisch vom Publikum gefeiert. Nachdenklich und allein am Klavier oder als Rampensau Basssoli zelebrierend – sie spult ihr musikalisches Repertoire nicht bloß ab, sie versprüht pure Lust am Musizieren und Unterhalten.

Quatro lebt ihre Musik. „I can hear you. I can see you. And I can feel you.“, sagt sie gerührt ihrem Publikum und scheint dabei jedem tief in die Augen und in die Seele zu blicken. Dann witzelt sie sich durch ihre Biografie, reckt ihren im Lederoverall verpackten Po wackelnd gen Publikum, exerziert gekonnt mit ihren Bandkollegen die klassischen Status-Quo und-Scorpions-Moves am Bühnenrand durch und liefert sich ein Melodien-Battle mit dem Keyboarder. Tough, energiegeladen, unkaputtbar.

Sie zupft und kitzelt ihren Bass, verpasst ihm immer wieder einen Klaps, dessen Ton sich ratternd, brummend und knallend im Theater ausbreitet. Die Melodien gehen ins Ohr, die tiefen Bassläufe bis ins Mark, ihr Charme ins Herz. Quatro angelt das Publikum mit ihrer Stimme, ihrem Lächeln und ihren Blicken. Netze scheint sie auszuwerfen. Und fängt an diesem Abend jeden, aber auch wirklich jeden ein. Das ist auf 1,52 Meter komprimierte Energie. It’s only Rock’n’Roll? But we like it!

Von Aline Westphal

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sven Regener kommt mit seiner Band Element of Crime in die Swiss-Life-Hall nach Hannover. Die NP hat vorab mit ihm gesprochen.

16.05.2019

Der bekannte Autor und Satiriker Wiglaf Droste ist gestorben. Der 57-Jährige erlag einer schweren Krankheit. Erst im vergangenen Jahr war er mit dem Satire-Preis „Göttinger Elch“ ausgezeichnet worden.

16.05.2019

Wenn James Cameron mit „Avatar 2“ nachlegt, ist die Erwartungshaltung hoch. Schließlich muss er den Nachfolger für den erfolgreichsten Film aller Zeiten drehen. Dafür holt er sich prominente Unterstützung.

16.05.2019