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Kultur „Star Trek“ oder „Kill Bill 3“? Quentin Tarantino grübelt über seinen letzten, zehnten Film
Nachrichten Kultur „Star Trek“ oder „Kill Bill 3“? Quentin Tarantino grübelt über seinen letzten, zehnten Film
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16:47 01.08.2019
Lässig in Berlin: die Schauspielerin Margot Robbie (von links), Schauspieler Leonardo DiCaprio und Brad Pitt stellen ihren Kinofilm „Once Upon a Time in Hollywood“ vor. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Berlin

Die Torstraße 1 in Berlin ist eine geschichtsträchtige Adresse. In den 1920er Jahren öffnete das Kaufhaus Jonaß hier seine Türen - bis die Nationalsozialisten die jüdischen Besitzer enteigneten und die Hitler-Jugend hier einzog. In den 50er Jahren residierte das SED-Zentralkomitee hier, Wilhelm Pieck hatte sein Büro in der dritten Etage. Nach der Wende zog vor neun Jahren das Soho House ein – ein illustrer Club, lässiger als jedes Fünf-Sterne-Hotel, wo genauso Madonna wie George Clooney oder Adele gern nächtigen.

An diesem Donnerstag ist die Stardichte besonders hoch im Kellergeschoss des mit düsterem Charme gesegneten Soho Hauses, und doch ist von Aufregung kaum etwas zu spüren. Bloß ein paar Männer mit Knöpfen im Ohr sind an den Eingängen postiert: Quentin Tarantino macht nach London auf seiner Europatournee in Berlin Station, um seinen neunten Film „Once Upon a Time in Hollywood“ vorzustellen. In Tarantinos Schlepptau: Brad Pitt, Leonardo DiCaprio, Margot Robbie und noch ein paar andere.

Quentin Tarantino: Er will wirklich nach zehn Filmen seine Karriere beenden

Größere Stars lassen sich kaum aufbieten, aber wenn Tarantino im Raum ist, ist alles anders: Die meisten Fragen gehen an den Regisseur in dem schwarzen T-Shirt mit der Aufdruck „Classicism“ auf der Brust. Tarantino hat seit „Pulp Fiction“ vor einem Vierteljahrhundert das Kino aufgemischt wie kaum ein zweiter.

Lesen Sie auch: Die Kinokritik „Once Upon a Time in Hollywood“ – Nostalgietrip mit Flammenwerfer

Seine vielleicht wichtigste Antwort an diesem Tag lautet: Er will tatsächlich nach dem zehnten Film seine Regisseurskarriere beenden. „Kill Bill 3“ mit der an dem Projekt interessierten Uma Thurman sei für ihn eine Option. Genauso liebäugele er mit einem „Star Trek“-Film. „Es kann aber auch sein, dass eine ganz andere Idee in meinem Kopf aufploppt“, fügt er sogleich hinzu. Was bedeutet: Alles ist offen.

Fast hätte Quentin Tarantino „Once Upon a Time in Hollywood“ aufgegeben

Es hat mal einen Moment gegeben, in dem Tarantino beinahe auch seinen neunten Film vorzeitig beerdigt hätte, der sich um den Mord an der Schauspielerin Sharon Tate 1969 in Hollywood durch die Manson-Sekte dreht. „Irgendwann hatte ich das dringende Bedürfnis, den Sekten-Anführer Charles Manson aus meinem Denken zu verbannen. So gut kannte ich den Typen, dass ich seine Reden hätte schreiben können.“

Glücklicherweise war Tarantino dann doch zu fasziniert vom Hollywood seiner Kindheit, in dem auf Kinoplakaten in Los Angeles die Konterfeis von Jean Seberg und Tony Curtis prangten. Und deshalb sitzen jetzt auch DiCaprio ganz in schwarzem Jeansstoff und Pitt im schwarzem Hemd (und mit obligatorischer Schiebermütze auf dem Tisch) neben ihm.

Kino ist die größte Kunstform der Welt – findet Leonardo DiCaprio

Die beiden brechen eine Lanze fürs Kino, das gerade durch die „Streamingdienste eine aufregende Zeit“ erlebe, wie Pitt sagt. „Das Kino bleibt aber die größte Kunstform in Welt“, so DiCaprio. „Die gemeinsame Energie des Publikums im dunken Saal ist durch nichts zu ersetzen.“

Das gilt nach Pitts Ansicht vor allem dann, wenn man es mit einem „Puristen“ wie Tarantino zu tun habe. Dieser setze nicht auf leicht zu kreierende Computereffekte, sondern verpasse lieber ganzen Straßenzügen ein Aussehen wie in den Sechzigern. Margot Robbie fühlte sich nach eigenen Worten erst bereit für die Zusammenarbeit mit ihrem Idol Tarantino, seit sie in „I, Tonya“ (2017) so bravourös die Eiskunstläuferin Tonya Harding verkörpert hat.

Das sind die schlechten Angewohnheiten von Leonardi DiCaprio und Brad Pitt

Über schlechte Eigenschaften der Hollywoodstars erfährt man im Soho House auch etwas: Leonardo DiCaprio verwuschelt demnach dauernd seinen akkuraten Scheitel, Brad Pitt kommt nicht von Zigaretten los. Und Quentin Tarantino? „Ich bohre in der Nase“, sagt der Regisseur. „Das machen bestimmt viele, aber keiner hat den Mumm, es zuzugeben.“

Dann war das Treffen mit Tarantinos Team auch schon vorüber. Das heißt, DiCaprio, der ja deutsche Vorfahren hat, verabschiedete sich vorbildlich aus der Runde mit einem „Dankeschön!“. Natürlich auf Deutsch.

Von Stefan Stosch / RND

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