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Kultur Sophie Hunger wirkt ihre Magie im Capitol
Nachrichten Kultur Sophie Hunger wirkt ihre Magie im Capitol
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15:24 08.02.2019
Ganz wunderbar: Sophie Hunger bei ihrem Konzert im Capitol. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Das Schlagzeug steht am vorderen Bühnenrand, ebenso Keyboards und Synthesizer. Im Hintergrund: zehn gewaltige Scheinwerfer. So unprätentiös ist der Versuchsaufbau. Und so wenig braucht es für einen großen Abend. „Molecules“ heißt das jüngste Album von Sophie Hunger, und bei dem Konzert, das sie ihm im Capitol widmet, wird es viel um den Zauber der kleinen Dinge gehen und das, was die Welt zusammenhält.

Hunger, gebürtige Schweizerin, Wahl-Berlinerin und Weltbürgerin, hat sich der Elektronik zugewandt, packt noch die zartesten Stücke ihrer akustischen Jazzfolk-Phase in ein neues Gewand. Filigrane Schönheiten, wohin man hört, und dabei überreich.

Da trifft der Gesang gefallener Engel auf Spieluhr-Melodien und Industrial-Wucht, abgelöst von elegantem Klavierspiel und einer funkigen Blues-Gitarre, wie man sie zuletzt bei Prince hörte. Hunger ist nicht nur eine grandiose Komponistin, sondern auch Instrumentalistin, gestützt von einer hervorragenden Band: Alexis Anérilles an Keyboards und Flügelhorn, Martina Berter an Keyboards und Bass und Mario Hanni am Schlagzeug.

Nicht zuletzt geht es um kleine Gemeinsamkeiten, aus denen Großes entstehen kann. Wer in einer Beziehung sei, möge doch bitte einen Arm heben, bittet Hunger einmal. Und die anderen? Sind Singles, „sind alle Sophie-Hunger-Fans“ – darauf lasse sich eine Ehe aufbauen: „Ich will Resultate sehen!“ Und dann singt sie ein Lied, „Live is not the Answer“, das „all das ins Lächerliche zieht“, gnickert sie, die realistische Romantikerin, die immer noch Möglichkeiten im Unmöglichen sieht.

Und die dieses Programm, das sich zusammensetzt aus frühen Liedern und Songs vom neuen Album wie den treibenden „Tricks“ und „Sliver Lane“. „Z’Lied vor Freiheitsstatue“ ist ein Gospel in Schwyzerdütsch, „Nightmares“ ein finste-schöner Alptraum, in den man sich schmiegen möchte. In Hungers Ruhe liegt unendlich viel Kraft und ganz viel Varianz. „ich kann nicht bleiben, wo ich bin“, singt sie in „Das Neue“. Und die 1000 im Capitol würden ihr überallhin folgen.

Von Stefan Gohlisch

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