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18:51 16.01.2019
Bei der Programmvorstellung: Oberbürgermeister Stefan Schostok (links) und Intendant Ingo Metzmacher. Quelle: Heleg Krückeberg/Landeshauptstadt Hannover
Hannover

Wenn eine Sprühsahnendose als Shakespeare-Held herhalten muss, wenn im geschlossenen Raum für fünf Stunden eine Landkommune entsteht und wenn Performer in einer Prozession von der Nordstadt zum Großen Garten ziehen, dann ist wieder Kunstfestspiele-Zeit. Im Mai geht es wieder los. Bei der Programmvorstellung wurde klar: Es wird besonders – nicht nur, aber auch, weil mit der zehnten Ausgabe ein Jubiläum ansteht.

„Als die Zahl 10 zum ersten Mal am Horizont erschien, war mir klar, dass das eine Riesenchance ist, das Format Kunstfestspiele noch einmal nach vorne zu bringen“, sagte Intendant Ingo Metzmacher. Und auch Oberbürgermeister Stefan Schostok machte deutlich, dass dieser Termin für ihn ein erfreulicher ist: „Wir können stolz sein, ein solches Festival in der Stadt zu haben“, sagte er: „Die Marke Kunstfestspiele hat es geschafft.“

Dafür stehen zum einen große Namen: Metzmacher nennt als Beispiel den US-amerikanischen Starregisseur Peter Sellars, der am 10. und 11. Mai Claude Viviers todesschwangere „Kopernikus – Opéra-rituel de mort“ in der Orangerie als deutsche Erstaufführung zeigen wird.

Er selbst dirigiert am 18. Mai, wenn das Ensemble Modern Frank Zappa spielt – hier schließen sich Kreise: Bei diesem Ensemble startete Metzmacher seine Karriere. Dieses Ensemble musizierte mit dem späten Zappa, und gespielt wird in der Eilenriedehalle, in der das amerikanische Musikergenie vor 40 Jahren auftrat.

Doch ein Festival glänzt auch mit kleinen, aber nicht minder großartigen Programmpunkten. Schön schräg wird es werden, wenn die Gruppe „Forced Entertainment“ vom 11. bis 19. Mai sämtliche Dramen Shakespeares im Kulturzentrum Faust aufführt – als Ein-Stunden-Happen, gespielt mit Haushaltsgegenständen.

Die Klang-Performer laden am 17. Mai in der Orangerie zur Landpartie – mit Grasboden, filmischem Bergpanorama und Einladung zur Kommunenbildung. Agrupación Señor Serrano aus Spanien wiederum stellt die Jagd nach Osama Bin Laden als Neo-Western nach und fragt nach deren medialen Inszenierung. Und die Offenbacher Gruppe YRD.Works legt eine Kopie des Herrenhäuser Schlosses platt in den Ehrenhof und lädt zum ironischen Umgang mit dem Nachbau feudaler Herrschaftssymbole in demokratischen Zeiten.

Konzert, Musiktheater, Performance, Theater, Film, Tanz und Installation – die ästhetische Bandbreite ist groß, populär und zugleich anspruchsvoll. Und passt zum Teil perfekt nach Herrenhausen: So zeigt Pianist Pianist Pierre-Laurent Aimard bei vier Konzerten (25. und 26. Mai) an vier verschiedenen Orten im Garten, wie die Vögel klingen, die sonst zu dieser Zeit musizieren – eine dieser Veranstaltungen beginnt um 6 Uhr morgens.

Eine Leistungsschau der Kunst – die muss gefeiert werden: Am 12. Mai steigt von 14 bis 24 Uhr bei freiem Eintritt die große Jubiläumsfeier, mit besagter Prozession, Konzerten, Kino, Performances und vielen anderen Programmpunkten im und um den Großen Garten.

Das dreifache Versprechen jedenfalls, das schon im Namen der Veranstaltung liegt, wird eingelöst: So viel Kunst und Fest und Spiel auf einmal ist selten.

Kunstfestspiele kompakt

Die zehnten Kunstfestspiele Herrenhausen laufen vom 10. bis 26. Mai.

Bespielt werden die Herrenhäuser Gärten mit Großem Garten, Galerie, Orangerie, Ehrenhof, Arne-Jacobsen-Foyer und Festivalzelt sowie das Kulturzentrum Faust und die Eilenriedehalle.

Das Programm umfasst an den 17 Festivaltagen etwa 90 Veranstaltungen, verteilt auf 26 Produktionen. Hinzu kommen zwei Installationen, der Festivalcampus Niedersachsen, ein Symposium und Konzerte im Festivalzelt, die der Lindener Klub Feinkost Lampe kuratiert.

Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufstellen wie dem NP-Ticketshop.

Das gesamte Programm finden Sie unter:

kunstfestspiele.de

Von Stefan Gohlisch

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