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Kultur So war das zweite Konzert von Phil Collins
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15:21 16.06.2019
Singen kann er: Phil Collins begeisterte zweimal 40 000 Fans in Hannovers HDI-Arena. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Und wieder sind 40 000 Zuschauer gekommen, zu Phil Collins’ zweiter Stadion-Show in Hannover. Vorfreudiges Klatschen im weiten Rund, es hat sich herumgesprochen, dass die Show am Vorabend alle Erwartungen erfüllt hat.

Die Band steht bereit, Collins spaziert langsam auf die Bühne, seine Gehhilfe glänzt im Scheinwerferlicht, die hannoversche Arena – sein Wohnzimmer. Und auf die Stadt, die Phil Collins über die Jahre so gewaltig verwöhnt hat, ist auch jetzt Verlass – stehende Ovationen begleiten die Musiklegende.

„Still not Dead yet“ – „Immer noch nicht tot“ nennt Collins seine Welttour, und grinst dabei schelmisch von den Plakaten. „Hallo, vielen Dank. Mal schauen, wie ihr euch nach ein paar Songs fühlt!“ Collins radebrecht sympathisch deutsch, für den Mann, der in den letzten Jahren mit herben Schicksalsschlägen kämpfen musste, ist die Bühne Rückzugsort und Sicherheitszone.

Collins setzt sich vorsichtig, doch seine Stimme steht. Mit der Superballade „Against All Odds (Take a Look at Me Now)“ hat er seinen gefühlvollsten Song gleich am Anfang positioniert, „Another Day in Paradise“ mit dem todtraurigen Text folgt: „Oh think twice“, nein, hier muss keiner seine Sinne überprüfen, alle sind sicher da.

Freunde hat er in der Stadt, erzählt er, so oft war er schon in Hannover; und er könnte jetzt auch im Liegen singen, die Unkenrufe, man würde hier einem geschafften Musiker bei der Abwicklung seiner musikalischen Biografie zuschauen, erfüllen sich nicht: Alter kann Rock ’n’ Roll - Inklusion im Pop-Geschäft.

Seinen erst 18-jährigen Sohn Nicholas das Schlagzeug zu überlassen, ist ein genialer Schachzug. Nicholas Collins ist ein smarter Drum-Profi mit Wucht und Wonne. Unglaublich, wie präzise und getreu er die Songs seines Vaters steuert. Dass er stolz in einem neuen schwarzen 96-Auswärtstrikot trommelt, macht den Auftritt noch heimeliger.

Phil Collins ist ein Motown-Mann, „You Can’t Hurry Love“ der Supremes covert er mit der selben Liebe, die er für seine eigenen Songs aufbringt, „Easy Lover“, die Zusammenarbeit mit Philip Bailey, zieht einen tief in den Diskokeller. Collins’ Vorliebe zu Endlosrefrains lebt sich aus, die Bläser-Sektion beweist ihre Spitzenklasse, sein vierköpfiger Backgroundchor veredelt die Harmonien.

Der Abstecher in Genesis-Regionen ist mit „Follow You Follow Me“ fast ein bisschen handzahm, bei „Invisible Touch“ reißt das positive Riff jedoch jeden aus seinen Träumen. Mit seinem Gitarristen Daryl Stuermer arbeitet er schon seit 40 Jahren zusammen. Beim Übersong „In The Air Tonight“ erlebt man Musikgeschichte hautnah, ein Song der nicht zu verbessern ist, mit dem ikonischsten Schlagzeug-Break des 20. Jahrhunderts.

Feuerzeuge und leuchtende Smartphones, die HDI-Arena brennt ebenso wie die Herzen der Fans. Diese Reunion ist gelungen, „Take Me Home“ ist sein letzter Song und ein zufriedener Herzenswunsch der glücklichen Menge.

Von Kai Schiering

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