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Kultur Shoppingcenter verlost Original von Rembrandt van Rijn – das steckt dahinter
Nachrichten Kultur Shoppingcenter verlost Original von Rembrandt van Rijn – das steckt dahinter
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13:05 22.05.2019
Zu verlosen: Ein Original von Rembrandt. Quelle: Janus van den Eijnden/McArthurGlen Designer Outlet Roe
Roermond

Das Angebot klingt verlockend: Das McArthurGlen Designer Outlet Roermond, in einer Stadt an der Grenze zu Deutschland auf Höhe von Mönchengladbach, will mit einer kuriosen Marketingstrategie Kunden gewinnen: Es verlost eine Original-Radierung des Malermeisters Rembrandt, wie es in einer Mitteilung bekannt gibt.

Zur Erinnerung: Rembrandt van Rijn gilt als einer der innovativsten Künstler. In diesem Jahr wird sein 350. Todestag gefeiert. Er gilt als ein Maler, der wie wenige andere seiner Generation mit Licht, Technik und Farbe experimentiert hat. Seine Zeichnungen und Radierungen sind geprägt von einem lockeren, fliegenden, kalligraphischen Strich.

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Kunstliebhaber können sich bis zum 8. Juli für die Rembrandt-Verlosung registrieren

Nun soll die RadierungSelbstbildnis mit Saskia“ von 1636 an eine Kundin oder einen Kunden des Outlets in Roermond am 15. Juli verlost werden – am Geburtstag von Rembrandt. Die Kunden können sich bis zum 8. Juli auf der Webseite des Centers oder vor Ort für die Verlosung registrieren. Die Begründung eines Managers zur Kampagne: „Uns ist es wichtig, Kunst – wie unsere großen Designermarken – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, wird Rudolf van Gompel in der Pressemitteilung zitiert.

Mit der Marketing-Aktion wird der McArthurGlen Designer Outlet Roermond auch die Aufmerksamkeit für sich steigern – und Kunden in die Shops locken. Designshopping und Alte Meister sind nicht dasselbe – und doch stellt Rudolf van Gompel sie auf dieselbe Stufe.

Den Wert der Radierung gibt das Unternehmen auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) nicht heraus. Doch lassen sich Vergleiche ziehen. Die RadierungSelbstbildnis mit Saskia“ existiert in mehreren Auflagen. Anders als bei einer Skizze oder einem Gemälde handelt es sich also nicht um ein einzelnes Original-Exemplar. Es wird aber dennoch als Original angesehen in dem Sinne, dass es ein echtes Werk des Künstlers Rembrandt ist. Auch im Amsterdamer Rijksmuseum, dem bedeutendsten Kunstmuseum der Niederlands, und in der schottischen Nationalgalerie befindet sich ein Exemplar.

Rembrandt-Radierung könnte 46.000 Euro wert sein

Beim Auktionshaus Christie’s wurde 2016 ebenfalls eine RadierungSelbstbildnis mit Saskia“ angeboten – allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dasselbe wie bei der Verlosung – in Details wie der Papiergröße oder einem Knick unterscheiden sich beide Blätter. Die Versteigerung bei Christie’s brachte etwa 46 000 Euro ein. Allerdings lässt sich dieser Wert nicht eins zu eins auf das zu verlosende Exemplar in den Niederlanden übertragen. Der Wert einer Zeichnung kann von Details des Zustandes abhängen – und der Nachfrage. 1962 wurde die Rembrandt-Radierung noch für 72 britische Pfund verkauft.

Rembrandt ist auch Schöpfer der berühmten „Nachtwache“, die im Amsterdamer Rijksmuseum zu sehen ist. Quelle: Olaf Kraak/ANP/dpa

Zur Provenienz, also der Geschichte der ehemaligen Besitzer, von Rembrandts Radierung gibt es keine Auskunft. Laut Auskunft des Unternehmens wurde die Radierung über die Douwes Fine Arts Galerie, die ebenfalls eine Dependance in London hat, vermittelt. Sie ist auf Rembrandt-Drucke spezialisiert. Laut des Designer-Outlets soll auch das Rijksmuseum bei der Vermittlung geholfen haben.

Rembrandt fertigte die Radierung zwei Jahre nach seiner Hochzeit mit Saskia an

Die Radierung zeigt Rembrandt mit seiner ersten und von ihm über alles geliebten Frau Saskia van Uylenburgh, entstanden ist sie zwei Jahre nach der Hochzeit der beiden. Sie half Rembrandt beim Verkauf seiner Werke, da sie aus gutem Hause kam und entsprechende Kontakte mitbrachte. Rembrandt hat sich in einer typischen Zeichner-Haltung dargestellt, ohne jedoch wirklich zu zeichnen. Das mag daran liegen, vermuten Kunsthistoriker, dass die Zeichnung bei einer Radierung spiegelverkehrt gedruckt wird. Und so wäre aus dem Rechtshänder Rembrandt ein Linkshänder geworden. Es ist das einzige Selbstbildnis von ihm mit seiner Frau.

Welche Vorsichtsmaßnahmen der glückliche Gewinner treffen muss, ist noch nicht bekannt. Das Unternehmen teilt dem RND mit, dass die Radierung derzeit in einem nicht-lichtgeschützten Raum im Outlet ausgestellt wird. Mitnehmen kann der Gewinner seine Rembrandt-Radierung aber erst im September – bis dahin hängt das Kunstwerk noch im Shoppingcenter.

Von Geraldine Oetken / RND

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