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Kultur Sabine Orléans lotet Plaths „Glasglocke“ aus
Nachrichten Kultur Sabine Orléans lotet Plaths „Glasglocke“ aus
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18:28 26.09.2019
Glasklar: Sabine Orléans liest in Cumberland. Quelle: Frank Wilde
Hannover

„Du hast mich hergebracht, jetzt hol’ mich hier wieder raus!“, ranzt Protagonistin Esther ihre Mutter an. Und wie Sabine Orléans diese Passage aus Sylvia Plaths Roman „Die Glasglocke“ liest, wird klar, dass es hier nicht nur um die Flucht aus der Psychiatrie geht, sondern noch um einen ganz anderen Exitus. Geburt und Tod als grässliche Geschwister, so tragisch und so lächerlich zugleich. Es bedarf schon einer starken Stimme, diese Facetten auszuloten.

Orléans, Teil des neuen Schauspiel-Ensembles, kann das. Mal tut sie das ganz leise und sanft, dann in einem Tonfall, aus dem Esthers furchtbare Müdigkeit vom Leben und ihre irre Hoffnung auf Besserung spricht, dann in zornigem Ausbruch. Voller Humor und Einfühlungsvermögen liest sie diesen biografischen Roman, der 1963 von Plath als Befreiungsschlag von ihren Dämonen gedacht war, der vier Wochen nach ihrem Suizid veröffentlicht wurde und der später zu einem Schlüsselwerk der Frauenbewegung wurde.

Ein großer Roman vom Scheitern an sich selbst und an den Umständen. „Es gibt nicht“, liest Orléans einmal, und da bricht ihre Stimme: „Es gibt nichts, auf dass ich mich freuen konnte.“ Was aber an diesem Abend in Cumberland deutlich wurde: Auf die nächsten Auftritte von Orléans darf man sich freuen – ab 8. Dezember ist sie in „Iphigenie“ zu sehen.

Es gibt noch einen weiteren „Die Glasglocke-Lesungstermin von Sabine Orléans: am 5. November in Cumberland.

Von Stefan Gohlisch

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