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16:43 16.06.2019
Preiswürdig: Janny Fuchs (vorne) moderiert die „Jugend spielt für Jugend“-Preisverleihung. Quelle: Isabel Machado Rios
Hannover

Da kann man von einem Dauerbrenner sprechen: Am Wochenende fand die 41. Ausgabe von „Jugend spielt für Jugend“ im Ballhof ihren Abschluss. Unter ganz speziellen Vorzeichen, hat das Festival des Schauspiels Hannover doch im Laufe der Zeit einige Veränderungen erfahren.

Die aktuell wohl wichtigste: Erstmals gab es eine Jugendjury, zuständig für Auswahl und Bewertung der Produktionen. „Wir haben diesen Ansatz in den Schulen vorgestellt“, erläutert Projektleiterin Janny Fuchs, Dramaturgin und Theaterpädagogin am Haus, „aber auch außerhalb sprach sich die Idee herum. Es gab natürlich in der Entwicklungsphase ein paar Fluktuationen, und schließlich hatten wir eine feste Jury aus 20 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 9 und 15 Jahren.“

Sie wählte aus 15 Bewerbungen zwölf Schul- und Jugendtheater-Produktionen aus. Die allesamt beim Festival-Finale mit Preisen in Form von Mini-Pokalen bedacht wurden, weshalb es unangemessen erscheint, einzelne Beiträge hervorzuheben – die Ausnahme bildet „Weimar“ vom Hölty-Gymnasium Wunstorf, weil dieses Stück auch den Publikumspreis erhielt.

Es beruht auf eigenen Recherchen zur Weimarer Republik und der Frage, welche Schlüsse daraus für die Jetztzeit zu ziehen seien. Überhaupt spielten die Theatergruppen nicht einfach brav die Klassiker herunter, sondern entwickelten viel Eigeninitiative, behandelten Themen wie Rassismus und Homophobie, Selbstverwirklichung und Mobbing. „Diese Ausgabe des Festivals war die politischste, die ich je erlebt habe“, betont Barbara Kantel – und die Leiterin des Jungen Schauspiels hat diesbezüglich reichlich Erfahrung.

Sicherlich nicht zuletzt ein Resultat der Abkehr von vorgegebenen Themen, die früher gern gepflegt wurden. Auch dass es bei der Bewertung keine Rangliste mit Geldpreisen mehr gibt, wird als positiv empfunden: „Die Nachbesprechungen waren offener, weil der Konkurrenzgedanke in den Hintergrund trat“, sagt Projektleiterin Fuchs. „Man hörte sich gegenseitig eher zu.“

Die jugendliche Jury zeigte sich bei der jeweiligen Kurz-Laudatio sprachlich durchaus souverän, hob hier die „komplexe Gestaltung“ hervor, dort die Kombination aus „Vielfalt, Energie und Nachdenklichkeit“. Scheint so, als hätte man ein Erfolgsrezept gefunden. Und zwar eines mit Zukunft, denn das Festival wird es auch unter der neuen Intendanz geben – wieder mit einer Jugendjury.

Von Jörg Worat

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